Schokonauten

28. April 2016 05:51; Akt: 28.04.2016 08:03 Print

Schoggi aus Kriens kommt im All gross raus

von Daniela Gigor - Endlich Schoggi: Astronauten der Internationalen Raumstation genossen im All Schokolade aus Kriens. Dafür legte die Karl Hug AG gar einen Teil ihres Betriebsgeheimnisses offen.

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Grosse Ehre für die Confiserie Karl Hug AG in Kriens. Sie hat das Paket mit sechs Boxen Schweizer Milchschokolade produziert, die mit der neusten Nachlieferung für die Astronauten der Internationalen Raumstation (ISS) ins All geschossen wurde. Wie es zum Auftrag kam, sagt Daniel Gisler, Verkaufsberater und Projektleiter der Confiserie: «Volker Gass, Direktor des Swiss Space Center in Lausanne, arbeitete früher bei der Ruag. Damals kaufte er Pralinen bei uns und war begeistert von unseren Spezialitäten.»

Weil die Confiserie mit Firmensitz in Obernau auch für die Fluggesellschaft Swiss Schokolade herstellte, kam Gass auf den Namen Karl Hug. Gass griff zum Telefon und vereinbarte einen Termin mit Gisler. «Volker Gass war voll begeistert. Es war sein Traum, unsere Schokolade zur ISS zu schicken», so Gisler weiter.

Schöggeli wurden auf Herz und Nieren geprüft

Doch so einfach war das Vorhaben dann doch nicht, wie es auf Anhieb klingen mag: Vor ihrem Weg ins All durchlief die Schoggi einen aufwendigen Prozess und alles wurde auf Herz und Nieren überprüft. Zunächst musste die Europäische Weltraumorganisation (ESA) die Schokolade-Lieferung genehmigen. Die Verpackung wurde anschliessend neu gestaltet, weil Logos an Produkten nicht erlaubt sind. Aus ethischen Gründen soll die ISS nicht für Werbezwecke verwendet werden. Weiter sollte die Verpackung möglichst leicht sein.

Die Confiserie hat zudem eine vollständige Liste der Inhaltsstoffe und die genau Zusammensetzung einreichen und damit einen Teil seines Betriebsgeheimnisses offenlegen müssen. Gisler: «An der Zusammensetzung der Schokolade mussten wir nichts ändern.»

Eine kleine Weltreise

Die Boxen mit jeweils sechs kleinen Tafeln wurden anschliessend vom European Research and Technology Centre (ESTEC) in den Niederlanden getestet, um sicherzustellen, dass sie nicht entflammbar sind und keine Bruchteile produzieren, die sich in der Kabine verteilen und die Astronauten verletzen könnten. ESTEC achtete insbesondere darauf, dass die Boxen keine scharfen Ecken und Kanten aufwiesen.

Die Schokolade wurde anschliessend zu einem anderen ESA-Zentrum in Italien geschickt, wo der Inhalt der Boxen bestätigt und die Zolldokumente ausgefüllt wurden. Von dort gelangte das Paket auf den Weg zur NASA und schliesslich an Bord der SpaceX-Rakete – zusammen mit drei Tonnen an Lebensmitteln, Ausrüstung und wissenschaftlichen Experimenten – zur ISS. Laut Gisler habe der ganze Prozess etwa ein halbes Jahr Vorbereitung benötigt.

Schoggi-Selfie aus dem Weltraum

Als Dankeschön für den süssen Gruss schickte der britische Astronaut Tim Peake ein Selfie mit der Schoggi und der vom Staatssekretär für Bildung, Forschung und Innovation unterzeichneten Grusskarte zurück zur Erde.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manuel Dober am 28.04.2016 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Aufwand aber

    trotzdem coole Sache, dass auch solche "Firmen" ihren Teil dazu beitragen dürfen das es den Astronauten gut geht.

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  • süss. e. am 28.04.2016 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schoggi muss sein

    toll, bravo. schöne geschichte und einmalige reise der schoggi aus kriens.

  • Peter Weber am 28.04.2016 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere dem Familienbetrieb Praline Hug im Ober

    Dank unermüdlichen neuen Innovationen und Ideen gelingt es auch heute noch einem Kleinbetrieb zu bestehen.Ich freue mich über den Erfolg, dass nun sogar Astronauten im All eure Qualitätsschokoladen geniessen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Weber am 28.04.2016 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere dem Familienbetrieb Praline Hug im Ober

    Dank unermüdlichen neuen Innovationen und Ideen gelingt es auch heute noch einem Kleinbetrieb zu bestehen.Ich freue mich über den Erfolg, dass nun sogar Astronauten im All eure Qualitätsschokoladen geniessen.

    • Patrick Leonardi am 28.04.2016 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Weber

      Frage: Wer liefert die Schoggi? Barry Callebaut?

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  • süss. e. am 28.04.2016 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schoggi muss sein

    toll, bravo. schöne geschichte und einmalige reise der schoggi aus kriens.

  • Steve Ti am 28.04.2016 08:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nun ja.

    Nun, hug produziert die schokolade ja nicht selber. Aber bereitet diese auf und giesst sie dann zu formen. Und bei einer milchschokolade sind die zutaten ja überschaubar. Kakaomasse, zucker, cacaobutter, milchpulver, evtl etwas letzithin. Wie auf jeder anderen deklaration einer schokoladen tafel. Finde es aber toll, dass sie diese liegern dürfen, nachdem die swiss zu migros gewechselt hat.

    • Meli am 28.04.2016 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Besserwisserei

      Man kann auch alles schlecht reden. Es ist doch toll, dass man sich so einsetzt für eine Sache.

    • Patrick Leonardi am 28.04.2016 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Meli

      Und was genau hat Dein Vorredner jetzt schlecht geredet?

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  • antonzum am 28.04.2016 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da kommt mir der Werbeslogan in denn Sinn

    Wer hat's erfunden? Ricola!

  • Manuel Dober am 28.04.2016 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Aufwand aber

    trotzdem coole Sache, dass auch solche "Firmen" ihren Teil dazu beitragen dürfen das es den Astronauten gut geht.

    • Lina am 28.04.2016 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      3 Tonnen

      So viele Lebensmittel und so viel Aufwand für ein paar Gramm Schoggi?

    • Jeb Kerman am 28.04.2016 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lina

      Raumfahrt überlässt gar nichts dem Zufall, deswegen gibt es so wenig Zwischenfälle.

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