Taxiwürger

21. Dezember 2011 23:06; Akt: 21.12.2011 21:48 Print

Schuldspruch nach nur sieben Minuten

von Lena Berger - Zwei Serben überfielen und würgten vor einem Jahr einen Taxifahrer. Gestern wurden sie vom Kriminalgericht verurteilt – in Rekordzeit.

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«Auch wenn der Fall klar ist, muss eine ­öffentliche Verhandlung durchgeführt werden.» (Simon Kopp Sprecher Staatsanwaltschaft) Luzern.

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Als Dejan J.* (26) und Milan R.*(35) im Januar 2011 nach einem Taxi Ausschau hielten, hatten sie mehr vor, als sich nur von A nach B fahren zu lassen. Nachdem sie im Taxi vom Bahnhof ins abgelegene Friedental gebracht worden waren, legte einer der beiden dem Chauffeur ein USB-Kabel um den Hals, zog ihn damit nach hinten und forderte seinen Wagen und Geld. Nachdem das Opfer Portemonnaie und Autoschlüssel ausgehändigt hatte, wurde es aus dem Fahrzeug gestossen. Die Täter machten sich daraufhin mit dem Taxi auf und davon, konnten aber kurze Zeit später von der Polizei gefasst werden.

An der gestrigen Verhandlung vor dem Kriminalgericht bestanden keine Zweifel an der Schuld der Täter. J. wurde nach vier, R. gar nach drei Minuten in einem abgekürzten Verfahren wegen Raubes zu jeweils 18 Monaten Freiheitsstrafe bedingt verurteilt. Grund: Die Täter waren geständig und sind bereits im April nach Serbien ausgeschafft worden.

Trotzdem sei der Aufwand einer Gerichtsverhandlung gerechtfertigt, sagt Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft. «Auch wenn der Fall klar ist, muss eine öffentliche Verhandlung durchgeführt werden. Das Urteil wird dann an die ausländischen Behörden zum Vollzug weitergeleitet.»

*Namen geändert

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • T. Lötscher am 22.12.2011 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Viel zu milde Strafe

    Nur eine bedingte Strafe für diese Tat ist eine Frechheit der Justiz. Dies motiviert ja ganz bestimmt viele Nachahmer.

  • Brügger fernand am 22.12.2011 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    So ist es richtig. Ohne Kuschelrichter

Die neusten Leser-Kommentare

  • T. Lötscher am 22.12.2011 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Viel zu milde Strafe

    Nur eine bedingte Strafe für diese Tat ist eine Frechheit der Justiz. Dies motiviert ja ganz bestimmt viele Nachahmer.

  • Brügger fernand am 22.12.2011 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    So ist es richtig. Ohne Kuschelrichter