Ebikon LU

13. August 2018 10:03; Akt: 13.08.2018 10:03 Print

Schulhaus schliesst wegen schlechter Luft

Die Naphtalin-Werte im Schulhaus Höfli sind trotz mechanischer Lüftungen in den Sommerferien weiter zu hoch. Die Schüler ziehen nun früher als geplant um.

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Alles Lüften nützte nichts: Die Schülerinnen und Schüler, die das neue Schuljahr im Schulhaus Höfli in Ebikon hätten beginnen sollen, werden vorerst dezentral unterrichtet. Grund sind die erhöhten Naphtalin-Werte, die in den Klassenzimmern gemessen wurden.

Die Messwerte konnten trotz mechanischer Lüftungen in den Sommerferien nicht unter den nötigen Richtwert gebracht werden, wie die Gemeinde Ebikon am Montag mitteilte. Daher habe man entschieden, den Unterricht bis zu den Herbstferien in dezentralen Schulräumen abzuhalten.

Provisorium war erst ab Herbst geplant

Das Schulhaus Höfli wird für die Schüler geschlossen. Bereits im Juni hatte die Gemeinde angekündigt, dass sie wegen der anhaltend schlechten Luft ab Herbst ein Provisorium ins Auge fasse. Bis dahin sollten aber eine Lüftung den Schulbetrieb ermöglichen.

Stattdessen werden die Primarklassen nun in den Schulhäusern Feldmatt und Wydenhof sowie im Haus Sonnegärtli neben dem Känzeli unterrichtet. Ziel sei es, dass der Unterricht für die Schülerinnen und Schüler am 20. August starten könne.

Starker Geruch nach Mottenkugeln

Böden und Fenster der Schulräume im Höfli waren zwischen 2008 und 2014 erneuert worden. Seither wurde der Geruch nach Mottenkugeln stärker. 2017 forderten Lehrpersonen, der Sache auf den Grund zu gehen. Messungen förderten schliesslich erhöhte Naphtalin-Werte zutage.

Er tritt aus dem teerölgetränkten Spreu zwischen Beton und Unterlagsboden aus. Bis in die 1980er-Jahre wurden solche Teeröle häufig als Feuchteschutz in Fussböden verbaut. Mit der Bodensanierung in Ebikon gelangt der Stoff in die Luft.

Möglicherweise krebserregend

Naphthalin gehört zu den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Der Stoff steht bei hohen Konzentrationen im Verdacht, krebserregend zu sein.
Vor den Herbstferien werden erste Bauarbeiten am Fundament auf dem heutigen Fussballfeld des Schulhauses Höfli ausgeführt, sodass das Provisorium während den Herbstferien erstellt werden kann. Mit dem Anbieter sei vereinbart, dass der Schulunterricht am 15. Oktober starten kann. Parallel dazu laufen die Planungen für eine neue Schulanlage.

Wegen erhöhter Naphthalinwerte hat auch die Stadt Luzern einen Pavillon der Schulanlage Grenzhof geschlossen. Die Klassen aus dem Gebäude werden ab dem neuen Schuljahr unter anderem im Schulhaus Rönnimoos untergebracht, mittelfristig braucht es auch hier einen Provisoriumsbau.

(kko/sda)