09. November 2007 09:36; Akt: 09.11.2007 10:32 Print

Schweizer Rocker: Mordankündigung auf CD

Die rechtsradikale Rockgruppe Amok schreckt auf ihrer Debüt-CD vor nichts zurück. Auf «Verbotene Wahrheit» drohen die Schweizer einen Luzerner Politiker und Journalisten zu erstechen.

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Das Debüt-Album der rechtsradikalen Rockband Amok beinhaltet 13 Lieder mit Titeln wie «Deutscher Soldat», «Krieg», «Nigger», «Ahnenblut» und «Hans Stutz». Hans Stutz ist parteiloses Mitglied des Grossen Stadtrates von Luzern und Journalist mit Schwerpunkt Rechtsextremismus und Rassismus. Er wird von den Schweizer Musikern im Song nicht nur aufs Übelste beschimpft - Amok kündigen gar seine Ermordung an.

«Hans Stutz - hier kommt ein kleiner Gruss, von den Feinden aus dem Untergrund - die man besser beachten muss. Hans Stutz - hast du es gecheckt, du musst dich nicht verwundern - wenn einst ein Messer in deinem Rücken steckt. In deinem Rücken steckt» - das sind wohl die übelsten Liedzeilen auf «Verbotene Wahrheit» - vor allem weil sie sich alleine auf seine Person beziehen.

Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» von heute, erklärt Hans Stutz, dass er den Liedtext kenne. Er habe am Dienstag eine Strafanzeige wegen Drohung beim Amtsstatthalteramt Luzern eingereicht. Es komme immer wieder vor, dass er verunglimpft und in Foren bedroht werde. In einem Videoclip seien er und drei andere Personen auch schon virtuell erschossen worden.

Amok machten zuletzt im September 2005 Schlagzeilen: In Gamsen bei Brig traten sie am «Blood and Honour»-Konzert auf und trugen das bekannte antisemitische «Blutlied» vor. Woher die vierköpfige Band stammt ist nicht bekannt. Hans Stutz will in einschlägigen Foren erfahren haben, dass sie im Kanton Zürich leben. Beim Dienst für Analyse und Prävention im Bundesamt für Polizei in Bern geht man laut «Tages-Anzeiger» von einer anderen Herkunft aus. Man sei mit verschiedenen Kantonspolizeien in Kontakt.