Mammut-Projekt

06. April 2015 12:02; Akt: 06.04.2015 12:02 Print

Schwyzer Fotograf lichtet Zentralschweiz ab

von Katja Imhof - Der Schwyzer Sascha Krähenbühl (24) hat Grosses vor: Er will die Zentralschweiz bei bestem Licht ablichten. Diverse Orte hat er bereits fotografiert – jetzt ist ein Buch in Planung.

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Sascha Krähenbühl hat viel vor: «Ich will in einem Jahr an mindestens 100 Tagen die Zentralschweiz bei besten Licht mit meiner Kamera einfangen.» Das Projekt «Zentralschweiz abgelichtet» startete Ende Dezember 2014 – seither ist Krähenbühl fleissig am Fotografieren. Krähenbühl ist für sein Projekt zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter unterwegs: «Oftmals entstehen die besten Bilder nicht bei blauem Himmel.» So kann es öfters vorkommen, dass er einige Stunden Auf- und Abstieg in Kauf nimmt und trotzdem mit leerer Speicherkarte nach Hause kommt.

Viele versteckte Orte in der Zentralschweiz entdeckt

Der Hobbyfotograf, der hauptberuflich als Informatiker arbeitet, lebt seit seiner Geburt in der Zentralschweiz – und glaubte bisher, seine Heimat zu kennen. Seit er jedoch sein Fotoprojekt begann, entdeckte er zahlreiche versteckte Orte: «Ich bin überzeugt, dass etliche Orte wie das Chessiloch, die versteckten Wasserfälle bei Entlebuch, der traumhafte Aussichtspunkt Fallenflue oder die Milchstrasse über dem Wägitaler See in der Zentralschweiz nur den wenigsten bekannt sind.» Sein Projekt soll zeigen, dass die Zentralschweizer in einer traumhaften Landschaft lebten und viel zu oft mit verschlossenen Augen durchs Leben gingen.

Die Vorbereitungen für das perfekte Bild sind je nach Situation unterschiedlich: Wenn er einen Sonnenaufgang oder -untergang in einer Region fotografieren möchte, ermittelt er mittels Google Earth die optimalen Stelle. Wenn er in einem Wald nach einem Wasserfall suche, greife er hingegen auf Landkarten zurück und untersuche diese auf Höhenangaben. Krähenbühl betont: «Oftmals findet man die tollsten Plätze nur zu Fuss.» Inklusive der Vorbereitungen investiert er rund 100 Stunden pro Monat in das Projekt.

Krähenbühls Idee stösst aufFacebook auf grosses Interesse – nach nur drei Monaten hat er rund tausend Fans. «Solche Zahlen ehren mich sehr und geben mir noch mehr Motivation, das Projekt durchzuziehen», so Krähenbühl. Ein Kalender mit seinen schönsten Bildern soll im Jahr 2016 erscheinen. Und was Krähenbühl am meisten freut: Auch ein 48-seitiges Fotobuch ist in Planung.«Ein Fotobuch von mir im offiziellen Buchhandel? Ich dachte nur: wow!», sagt er freudig.

«Projekt Zentralschweiz» hat kein Ende

«Ich weiss, dass die Fotografie sehr individuell ist und meine Bilder nie jedem gefallen werden, und das ist auch gut so», so Krähenbühl weiter. Bisher ist er jedoch sehr zufrieden mit dem Verlauf seines Projekts. «Ich fand etliche versteckte Orte, lernte Land und Leute kennen und es entstanden einige tolle Bilder – dabei kann ich es nicht oft genug sagen: Wir müssen lernen, wieder mehr mit unseren Sinnen durchs Leben zu gehen. Das beginnt beispielsweise beim Autofahren: Wie sieht die Landschaft im Rücken aus?»

Zurzeit hat er keine neuen Projekte in Planung: «Ich bin überzeugt, dass das Projekt ‹Zentralschweiz abgelichtet› kein Ende haben wird, und ich werde das Projekt auch nach 100 Tagen weiterverfolgen.» Wer ein Stück Zentralschweiz erwerben möchte, kann die Krähenbühls Bilder in seinem Onlineshop in unterschiedlichen Grössen und Materialien erwerben.