18. April 2005 04:54; Akt: 17.04.2005 21:07 Print

Schwyzer Nationalräte fordern das Recht auf anonyme Geburt

In Schweizer Spitälern und Geburtshäusern sollen Frauen anonym gebären können. Dies fordern zwei Schwyzer Nationalräte in einem parlamentarischen Vorstoss.

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Vor gut einer Woche wurde das Babyfenster im Regionalspital Einsiedeln zum zweiten Mal innert vier Jahren genutzt. «Für das Kind wird jetzt gesorgt», sagt CVP-Nationalrat Reto Wehrli, «doch wer kümmert sich um die Mutter?» Immer wieder sei eine Frau gezwungen, ihr Kind ohne professionelle Hilfe oder gar unter gefährlichen Umständen zur Welt zu bringen. «Darum muss eine Geburt ohne die Angaben von Personalien in Spitälern oder Geburtshäusern möglich werden», so Wehrli.

Bei seinem entsprechenden Vorstoss in der Sommersession kann er auf Unterstützung der Schwyzer SP-Frau Josy Gyr zählen, nicht aber auf jene der St. Galler Parteikollegin Lucrezia Meier-Schatz: «Die anonyme Geburt verletzt das Grundrecht, die eigenen Vorfahren zu kennen», argumentiert sie.

Alois Gmür, Präsident des Regionalspitals Einsiedeln, stellt in diesen heiklen Fällen das Leben über die Grundrechte: «Schliesslich geht es darum, Leben zu retten.»

(ewi)