Pionierprojekt

04. Juli 2014 15:48; Akt: 06.07.2014 11:44 Print

Seewasser soll Wohnungen heizen

Stadt und Kanton Zug wollen ein ganzes Wirtschafts- und Wohngebiet mit Energie aus See- und Grundwasser heizen und kühlen. Das System ist frühestens für 2018 geplant.

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Stadt und Kanton Zug planen ein Pionierprojekt für die Energieversorgung, das frühestens 2018 fertiggestellt wird. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Zusammen mit den Wasserwerken Zug (WWZ) planen Stadt und Kanton Zug das Projekt, das am Freitag präsentiert wurde. Das Versorgungsnetz besteht aus einem hydraulisch in sich geschlossenen System samt Smart-Grid-Verbrauchssteuerung. Es ist mit normalem Wasser gefüllt und wird hauptsächlich mit Energie aus See- und Grundwasser versorgt. Zwei Hauptleitungen versorgen ein je rund 700 Meter breites Einzugsgebiet.

Dass das System funktionieren kann, belegt eine Machbarkeitsstudie, wie die Planungspartner in einer Mitteilung schreiben. Verglichen mit den heutigen fossilen Energieträgern könnten die CO2-Emissionen um bis zu 80 Prozent verringert werden. Das sei ein wichtiger Schritt zur 2000-Watt-Gesellschaft. Zu deren Zielen hatte die Stadtzuger Bevölkerung 2011 Ja gesagt.

Gründung von Energieverbund

Im Hinblick auf die Umstellung von fossiler auf erneuerbare Energie wollen Stadt und Kanton Zug einen Energieverbund gründen. Dieser soll sicherstellen, dass die Gebäude vom Aabach- und Siemens-Areal bis ins Gebiet Neufeld Zug mit Seewasser geheizt und gekühlt werden können, wie es in der Mitteilung heisst. Für den Kanton ist das Projekt von grossem Interesse: 2008 hatte der Regierungsrat ein Leitbild verabschiedet, das den Kanton zu einer nachhaltigen Energie- und Umweltpolitik verpflichtet. Das Legislaturprogramm bekräftigte die Ziele, verschiedene Massnahmen wurden bereits umgesetzt.

Die Kosten für die Erstellung des Systems werden auf rund 240 Millionen Franken geschätzt – die erste Etappe wird rund 45 Millionen Franken kosten, wie der Zuger Bauvorstand André Wicki (SVP) sagte. Die jährlichen Betriebskosten der ersten Etappe dürften rund 3,5 Millionen Franken betragen – vergleichbar denen mit Gas – und damit «attraktiv für die Wirtschaft und für uns» sein.

(cza/sda)