Region Luzern

13. Januar 2019 15:25; Akt: 13.01.2019 16:41 Print

Mann (57) rieb im Bus sein Glied an Frauen

Ein Mann hat in der Region Luzern über Jahre in gut besetzten Bussen seinen entblössten Penis an Frauen gerieben. Sieben Fälle konnten ihm nachgewiesen werden. Nun wurde er verurteilt.

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Regelmässig rieb ein 57-Jähriger sein entblösstes Glied im 1er-Bus an Frauen. (Bild: Archiv 20 Minuten)

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Jahrelang bestieg ein heute 57-jähriger Mann jeweils gegen Abend bevorzugt die Buslinie 1 der VBL, die zwischen Kriens und dem Maihof in Luzern verkehrt. Sein Vorgehen war immer das gleiche: War der Bus gut besetzt, stellte er sich neben eine Frau, öffnete seine Hose und holte seinen erigierten Penis aus der Hose, um ihn an seinen Opfern zu reiben. Damit die anderen Passagiere nichts von seinen Taten mitbekamen, deckte er sein Glied jeweils mit einer Jacke oder einer Tasche ab.

Insgesamt neun Anzeigen gegen den Sex-Grüsel gingen in den letzten vier Jahren bei der Luzerner Polizei ein. Im März des vergangenen Jahres konnte der Mann nach einem weiteren Vorfall ermittelt werden.

Die Luzerner Staatsanwaltschaft verurteilte ihn kürzlich wegen sexueller Belästigung in sieben Fällen. Der nun rechtskräftige Strafbefehl brummt dem Mann eine Busse in Höhe von 2000 Franken auf. Zudem muss er die Verfahrenskosten von 4300 Franken bezahlen.

Kein Exhibitionismus, weil Glied versteckt war

Wie die «Zentralschweiz am Sonntag» berichtete, wäre auch eine Verurteilung wegen Exhibitionismus möglich gewesen. Die Staatsanwaltschaft sei aber zum Ergebnis gekommen, dass dieser Straftatbestand nicht gegeben sei, weil er seinen Penis jeweils vor den anderen Passagieren verborgen hatte.

Opfer können Traumas erleiden

Welche Folgen solche Taten für die Opfer haben können, weiss Reto Wiher, Leiter der Opferberatungsstelle Luzern: Es sei möglich, dass die Frauen Ohnmachtsgefühle und gar ein leichtes Trauma entwickeln würden. So würden sie künftig etwa Busfahrten vermeiden. «Die Betroffenen reagieren sehr unterschiedlich. Es kommt stark auf die psychische Verfassung, das Alter und frühere Erfahrungen an – aber auch darauf, wie bedrohlich sich der Täter in der Situation verhalten hat», weiss Wiher.

(dag)