«Titlis 3020»

05. November 2018 17:29; Akt: 05.11.2018 17:29 Print

So soll der Gipfel des Titlis künftig aussehen

Auf 3020 Meter über dem Meer auf dem Titlis wird gebaut: 100 Millionen soll das Bauprojekt der Stararchitekten Herzog & de Meuron kosten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Titlis Bergbahnen planen gemeinsam mit den Basler Architekten Herzog & de Meuron den Umbau der Infrastruktur auf dem Gipfel, wie die Titlis Bergbahnen am Montag mitteilten. Das Projekt mit dem Namen «Titlis 3020» beinhaltet drei Teilprojekte: Den Neubau der Bergstation, den Ausbau des Richtstrahlturms und die Inszenierung und Aufwertung der Zugänge zum Turm.

Umfrage
Sind Sie Wintersportler?

«Wir mussten nicht lange überlegen, ob wir das Projekt angehen sollen», sagte Pierre de Meuron an der Pressekonferenz. Bergstationen seien meist Zweckbauten. «Wir haben den Anspruch, hier, auf dem Gipfel des Titlis, Zweck und Ästhetik zu vereinen.»

Richtstrahlturm wird begehbar

Die Architekten wollen als erstes den 50 Meter hohen Richtstrahlturm umbauen. Danach werde dieser erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Bis vor rund zehn Jahren brauchte sogar jede Person für den Zutritt eine Bewilligung des Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).

In die Stahlstruktur des Turms würden zwei balkenartige Gebäude eingefügt und so Platz für eine Bar, Lounge und ein Restaurant geschaffen. Der Turm ist mit einem unterirdischen Stollen direkt mit der Bergstation verbunden. Auch dieser soll inszeniert werden.

Bergstation stösse an Grenzen

Die Bergstation wurde seit ihrem Bau 1967 mehrmals erweitert und umgebaut. Die bestehende Infrastruktur sei aber nicht für die heutigen Besucherströme konzipiert worden und stosse an ihre Kapazitätsgrenzen.

Über eine Million Gäste besuchen den Berg jährlich, in Spitzenzeiten seien bis zu 2000 Besucher gleichzeitig auf dem Gipfel. Die bestehende Seilbahninfrastruktur bleibe erhalten. Der Neubau werde um die bestehende Bahn herum gebaut.

Inspiriert von Eis und Kristall

«Die neue Bergstation soll eine einfache Form erhalten», sagte de Meuron. Wie ein flach wachsender Kristall entwickle sie sich aus dem Berg heraus. Inspirieren liessen sich die Architekten von der Stahlkonstruktion des Turms. «Sie erinnert uns an die Struktur von Eis und Kristall.» Die neue Gebäudehülle bestehe aus einer Stahlkonstruktion und viel Glas.

Zusätzlich soll eine Rolltreppe die Besucher direkt von der Bergstation auf den Gletscher transportieren. Auf dem Dach soll eine Aussichtsterrasse entstehen. Weiter sollen Touristen in der neuen Bergstation Souvenirs shoppen und sich verpflegen können.

Umbau beginnt 2019

Das Bauen auf dieser Höhe werde zu einer grossen Herausforderung. Unter anderem auch, weil der Umbau unter Vollbetrieb erfolgen soll. Das Projekt beinhalte auch den Bau einer einspurigen Pendelbahn, die für Evakuationen oder Transporte zum Einsatz komme. Sie werde parallel zur heutigen Luftseilbahn verlaufen.

Für die Realisierung rechnen die Verantwortlichen mit vier bis sechs Jahren – je nach Verlauf des Bewilligungsverfahrens. Läuft alles nach Plan, soll der Umbau des Turms 2019 starten und 2020 beendet werden. Danach wird die Bergstation gebaut. Insgesamt soll das Grossprojekt rund 100 Millionen Franken kosten.

(tst/sda)