Luzern

06. November 2018 16:40; Akt: 06.11.2018 17:09 Print

Surfer holen 18 Velos, Tresor und iPhone aus der Reuss

Eigentlich surfen sie jeweils mit Bungeeseilen auf der Reuss. Nun haben die Bungeesurfer bei einer Aktion Güsel aus dem Fluss gefischt. Viel Güsel.

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Keine gemütlichen Umstände für eine Putzaktion: «Bei erfrischenden 11 Grad Lufttemperatur wagten wir uns ins kühle Nass um den tiefen Wasserpegel für unsere Aufräum-Aktion zu nutzen!», schreibt die Gruppe Bungeesurf Luzern auf ihrer Facebookseite. Rund vier Stunden haben sechs Bungeesurfer bei der Geissmattbrücke und im Bereich Kasernenplatz Abfall aus dem Fluss geholt, weil sie im Wasser und nicht im Güsel surfen möchten.

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«Wir sind im Sommer oft an der Reuss und sehen immer wieder Güsel im Wasser und am Ufer», sagt Nicolas Loretz (20) von den Bungeesurfern. «Auch bei den Bänkli am Ufer liegt immer wieder Abfall herum.» Sie würden nach ihren Surfsessions jeweils Abfall einsammeln. Eine Aufräumaktion in dieser Form hätten sie aber zum ersten Mal gemacht. «Wir dachten, wir machen das jetzt einfach», sagt Loretz.

Im Sommer sieht man die Bungeesurfer oft auf der Reuss (Video: mme)

«Zwei grosse Abfallhaufen»

Momentan ist der Wasserpegel tief, was die Arbeit erleichtere. Vorgängig hat sich die Gruppe auch bei der Wasserpolizei gemeldet, um zu klären, ob so etwas möglich sei. Die Verantwortung für die Aktion trugen sie aber selbst. Denn laut Loretz kann es auch bei tiefem Pegel gefährliche Strömungen geben: «Das ist nicht zu unterschätzen. Wir kennen jedoch die Reuss sehr gut.»

Die Bungeesurfer haben bei ihrer freiwilligen Aktion «unglaubliche Dinge an Land» geholt: «Insgesamt 18 Velos, etwa zehn Kickboards, Einkaufswagen, Absperrgitter, einen Tresor, ein iPhone und sogar einen Schachtdeckel.»

Hinzu komme viel Güsel wie Dosen oder Papierfetzen. «Es ist nicht vertretbar, was alles ins Wasser geworfen wird. So etwas ist absolut unverständlich.» Die Velos haben sie mit Seilen aus der kühlen Reuss gefischt. Kleinere Teile haben sie mit Abfallsäcken eingesammelt. «Am Ende der Aktion hatte es am Ufer zwei grosse Abfallhaufen.» Werkhof-Mitarbeiter haben das Material danach abtransportiert und fachgerecht entsorgt.

Freiwillige und Vereine interessiert

Die Aktion der Gruppe blieb nicht unbeobachtet: «Wir bekamen sehr viele positive Reaktionen von Passanten», sagt Loretz. Auf sozialen Medien sei das Echo ebenfalls gross. Zudem hätten sich schon Freiwillige gemeldet, die bei einer künftigen Aufräumaktion mithelfen wollen. «Je mehr Leute mitmachen, umso besser.»

Auch von Vereinen habe man positive Rückmeldungen erhalten. Darauf wollen die Bungeesurfer nun aufbauen: «Es wäre toll, wenn wir weitere Vereine ins Boot holen könnten.» Die Idee der Bungeesurfer: Vereine, die mitmachen, betreuen einen bestimmten Abschnitt der Reuss: «So könnte man bei künftigen Aktionen die Arbeit unter den Freiwilligen aufteilen.» Zudem wollen die Bungeesurfer für eine Mögliche Zusammenarbeit bei künftigen Aktionen mit der Stadt Luzern Kontakt aufnehmen.

(gwa)