Wettbewerb

04. Juli 2014 05:45; Akt: 04.07.2014 05:45 Print

Solarhaus der HSLU kommt gut an in Versailles

von Daniela Gigor - Ein 70-köpfiges Team der Hochschule Luzern präsentiert ihren Solarhaus-Prototypen in Versailles. Um den Sieg des Wettbewerbs kämpfen 20 Nationen.

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Das Solarhaus der Hochschule Luzern (HSLU) mit dem Namen «your+» funktioniert nach der Vision «Smart Sharing» – also des klugen Teilens von Räumen: Die Bewohner verfügen über einen individuellen Rückzugsort, nämlich das Schlafzimmer mit Bad. Aber die Küche wird als halbprivater Raum gemeinsam mit den unmittelbaren Nachbarn genutzt, die gemeinschaftlichen Räume stehen allen Hausbewohnern zur Verfügung, etwa als Werkstatt, Musikzimmer oder Gästeraum. Das Prinzip: Durch diese Nutzungsform können Ressourcen gespart werden und der städtische Raum effizienter genutzt werden.

Weitere Energieeffienz soll sich daraus ergeben, dass das Haus mit anderen Häusern in Städten vernetzt wird: Produziert das Gebäude gerade zu viel Energie für den Eigenverbrauch, etwa mit Photovoltaik, kann eine Rückspeisung ins Netz erfolgen und andere Gebäude profitieren davon. Zudem wird überschüssige Solar-Energie auch in Batterien zwischengespeichert, damit zu Spitzenzeiten genügend vorhanden ist.

«Mit ihrer Vision wollen die Studenten auch Antwort auf gesellschaftspolitische Herausforderungen wie den erhöhten Flächenbedarf, die Ressourcenbelastung und die Klimaveränderung geben», sagt Hanspeter Bürgi, Dozent für Architektur und Leiter des Ateliers Solar Decathlon.

Der Prototyp, mit dem die HSLU derzeit in Versailles beim Wettbewerb «Solar Decathlon 2014» antritt, zeigt diese drei Raumtypen exemplarisch, das Gesamtkonzept ist für Mehrfamilienhäuser mit bis zu 100 Bewohnern ausgelegt.

Besucher zeigen Interesse an Projekt «your+»

Den Wettbewerbsbeitrag der HSLU haben zehn Lastwagen für den Solar Decathlon Europe 2014 nach Versailles transportiert. Der zweiwöchige Wettbewerb begann am 27. Juni: «Das Projekt ist sehr gut gestartet», sagt Bürgi. Seit letztem Montag würde die Wettbewerbsphase laufen. «Es gibt zehn Disziplinen: So werden Messungen gemacht, etwa über die Energiebilanz oder den Raumkomfort.» Und es würden auch Kriterien wie etwa der Städtebau oder die Architektur gewertet. Es würden allerdings auch Fragen von Besuchern auftauchen, wie zum Teilen der Küche. Die Franzosen etwa hätten da etwas andere Vorstellungen. Bürgi: «Das Genossenschaftsprinzip ist nicht überall verankert wie in der Schweiz.»

Die Küche steht auch am 8. Juli im Mittelpunkt, wenn der Schweizer Tag stattfindet. Der grosse Tag für die HSLU ist der 12. Juli, wenn das Gewinnerteam des Wettbewerbs aus 20 Nationen bestimmt wird.