Oft nicht angegeben

30. April 2019 17:43; Akt: 30.04.2019 17:43 Print

Crèmes mit undeklarierten Nanopartikeln entdeckt

Ab Mai 2021 müssen Kosmetikfirmen die in ihren Produkten enthaltenen Nanopartikel deklarieren. Ein Test zeigt, dass dies bisher oft nicht der Fall ist.

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Nanopartikel sind winzige Teile, deren Grösse etwa dem Tausendstel eines Haares entspricht. Aufgrund ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften werden sie für verschiedene technische Anwendungen eingesetzt.

Der Einsatz von Nanoteilchen sei aus gesundheitlicher Sicht aber umstritten, schreibt der Luzerner Kantonschemiker in einer Mitteilung vom Dienstag. Freigesetzte Partikel könnten sich in Organen anreichern. Sie könnten andere toxische Eigenschaften haben als Nicht-Nanomaterial und im Körper an andere Orte gelangen als dieses. Die Risiken der neuen Materialien würden derzeit auf der ganzen Welt erforscht.

Zehn Crèmes untersucht

Ab Mai 2021 muss der Einsatz von technisch hergestellten Nanomaterialien in Kosmetika deklariert werden. Freiwillig wird diese Deklarationspflicht erst von einem Teil der Hersteller eingehalten, wie ein Test des Kantonschemikers zeigte.

Die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz des Kantons Luzern untersuchte im Rahmen einer Pilotstudie zehn Sonnencrèmes auf den Einsatz von Titandioxid. In sieben Produkten konnte Titandioxid in Nanoform nachgewiesen werden. Bei vier dieser Produkte war dies auf der Etikette auch deklariert.

Bei drei nanopartikelhaltigen Produkten seien keine Angaben zum Einsatz von Nanomaterialien auf dem Produkt zu finden, heisst es in der Mitteilung des Lebensmittelchemikers. Die Hersteller seien über die Befunde informiert und auf die bevorstehende Deklarationspflicht hingewiesen worden.

(sda)