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28. November 2014 05:46; Akt: 28.11.2014 15:21 Print

Sorgentelefon empfiehlt Fondue gegen Winterblues

Im Winter hat die Dargebotene Hand Luzern besonders viele Telefonanrufe. Jetzt gibts Tipps gegen die Winterdepression: Fondue-Essen, farbige Kleider oder lächeln.

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Wem der Winter trübe Stimmung bereitet, der soll diese laut Sorgentelefon mit Geselligkeit vertreiben. (Bild: Symbolbild/Keystone/Martin Ruetschi)

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Die kürzeren und dunkleren Tage bescheren dem Sorgentelefon 143 im Moment viel Arbeit: Die Dargebotene Hand Zentralschweiz warnt derzeit vor der Winterdepression, die zwar keine Depression im medizinischen Sinn ist, aber für die Betroffenen doch schlimm sein kann. «Von September bis Dezember steigt die Zahl der Anrufe monatlich an», sagt Geschäftsführer Klaus Rütschi. Waren es im August noch rund 670 Anrufe, ist deren Zahl bis kurz vor Ende November bereits auf rund 970 Anrufe gestiegen. Im Januar sinken die Zahlen jeweils wieder.

Im Advent kann Einsamkeit zu Angst führen

Bei den Betroffenen könne die triste Jahreszeit Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder Angstzustände auslösen. «Auch das Kompensieren der Frustration durch vermehrtes Essen oder auch völlige Appetitlosigkeit wird als Anzeichen gezählt», sagt Rütschi. Hinzu kommt, dass ein solcher Winterblues durch die besinnliche Stimmung während der Adventszeit verstärkt werden könne: Viele Leute spüren dann ihre Einsamkeit mehr als sonst. «Das kann Ängste auslösen», sagt Rütschi.


Um der Winterdepression zu entkommen, rät die Dargebotene Hand, sich den grauen Alltag durch verschiedene Dinge fröhlicher und angenehmer zu gestalten. So solle man etwa Fondue essen: «Gemeinsames Geniessen verbindet. Die stille Zeit im Jahr kann auch sehr fröhlich und lebendig sein», so Rütschi. Auch schon das Tragen bunter Kleidung könne gegen die trübe Stimmung helfen. Rütschi: «Wer sich im grauen Herbst auch noch grau oder schwarz kleidet, hilft damit seiner ohnehin gedrückten Stimmung sicher nicht.» Und: «Gehen Sie möglichst oft bei Tageslicht hinaus.»

«Lächeln Sie alle an»

Auch Sport könne der winterlichen Lethargie entgegenwirken. Sowieso seien eine vitaminreiche Ernährung, viel Wasser und genügend Schlaf sehr wichtig. «Auch ein Powernap zur Mittagszeit kann nicht schaden», sagt Rütschi. Man solle sich in der kalten Jahreszeit bewusst selbst verwöhnen – etwa mit einem Besuch in der Sauna, einem heissen Bad oder einer Massage. «Die Leute sollen ihre Seele auf Kurzurlaub schicken und so wieder neue Energie sammeln», sagt Rütschi. Weiterer Tipp: «Lachen Sie und lächeln Sie alle an. Die gute Laune kommt dann von allein und von Ihrem Gegenüber.»

Wenn die Tipps nichts helfen: zum Arzt

Wem diese kleinen Mittel keine Hilfe sind oder wer über eine Zeit von rund zwei Wochen täglich Lust- und Energielosigkeit verspürt, dem rät das Sorgentelefon, unbedingt einen Arzt zu konsultieren: In diesem Fall sei die Hilfe und Unterstützung durch eine Fachperson sehr wichtig. In der Zentralschweiz melden sich durchschnittlich 3.9 Prozent der Bevölkerung bei einem Arzt mit den Symptomen einer Depression. Das sind über 26‘000 Personen in der Zentralschweiz.

(gwa)