Extravagant

03. August 2018 05:50; Akt: 03.08.2018 05:50 Print

Spitzenkoch «El Niño» bekocht nun ganz Luzern

von Tunya Koch - Seit vier Jahren ist der Spitzenkoch Rafael Martinez in der Schweiz. Zurzeit schreibt er ein Kochbuch und strebt nach zwei Michelin-Sternen. Und: Er bleibt den Luzernern erhalten.

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Der gebürtige Spanier Rafael Martínez, genannt «El Niño» erlernte sein Handwerk in diversen 2- und 3-Michelin-Stern-Restaurants und wurde in seiner Heimat fünfmal zum besten Jungkoch gekürt. Von April bis Juni kreierte der 30-Jährige im Art Deco Hotel Montana extravagante Gerichte. Heute schwingt er seine Kochlöffel im Restaurant Mill`Feuille am Mühlenplatz in Luzern.

«Ich habe mich in die Stadt Luzern verliebt»

Im Alter von 26 Jahren kam Martinez mit seiner damaligen Verlobten in die Schweiz, um hier ein gemeinsames Leben aufzubauen. Seit längerer Zeit gehen die beiden wieder getrennte Wege. «Ich habe mich aber in die Stadt Luzern verliebt, hier fühle ich mich zu Hause. Die Stadt hat mich aufgenommen, deshalb möchte ich hier bleiben», sagt Martinez.

Heute arbeitet er mit der Schatz AG zusammen. Die Agentur für Gastronomie und Hotelbetriebe gibt ihm die Möglichkeit, verschiedene Luzerner Betriebe kennenzulernen. Das Unternehmen und Martinez verfolgen gemeinsam die Idee, Neues umzusetzen. «Ich möchte verrückte Teller kreieren und zwei Michelin-Sterne erkochen», sagt der feurige Spanier.

«Am ersten Tag hat sich mein Bruder übergeben»

Mit dem Kochen begann Martinez mit 12 Jahren. Seine Mutter war gerade krank, so musste er sich um den einjährigen Bruder kümmern und ihm das Essen zubereiten. «Am ersten Tag hat sich mein Bruder übergeben», sagt er und lacht. «Am zweiten Tag habe ich den besten Linseneintopf meines Lebens gekocht.»

Bereits mit 14 Jahren arbeitete der heutige Spitzenkoch in einer Restaurant-Küche. «Herausforderungen haben mir schon immer gefallen», so Martinez. Deshalb kocht «El Niño» nie genau dasselbe Gericht zweimal. Die Speisen werden jedesmal ein wenig verfeinert und verändert. «Linsen werden meist in Form eines Salats oder in einem Eintopf verwendet, wieso nicht in einem Dessert?», fragt Martinez.

Genau diese Kreativität zeichnet die Speisen des Spaniers aus. Klassische Gerichte interessieren ihn wenig: «Wenn man immer dasselbe mit den selben Zutaten kocht, bleibt man in der Routine stecken und macht keine Fortschritte.» Woher er seine Ideen für seine Kreationen holt, kann er sich selbst nicht erklären: «Mein Kopf spielt einfach verrückt, alles kommt automatisch».

Arbeit an Kochbuch

Weil er seine Küche allen Leuten näher bringen will, arbeitet er zurzeit an einem Kochbuch. Darin werden spezielle Tapas beschrieben sein, die man zu Hause einfach nachkochen kann. Martinez: «Kochen soll ein Vergnügen sein. Das Leben ist zu kurz, um nichts Neues auszuprobieren.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MasterMind am 03.08.2018 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sofort reservieren

    Toll und jetzt rennen alle Schickimicki-Hipster und Hipsterinnen, in eben diese Lokale und bezahlen Fr. 87.50.- für ein Rindsfilet mit drei Möhrchen auf dem Teller.

  • Glaube am 03.08.2018 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Garten Koch

    Sieht bei mir im Garten gleich aus

  • Sinan T am 03.08.2018 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Torres?

    Nenn dich bitte nicht so wie torres Lauch..

Die neusten Leser-Kommentare

  • MasterMind am 03.08.2018 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sofort reservieren

    Toll und jetzt rennen alle Schickimicki-Hipster und Hipsterinnen, in eben diese Lokale und bezahlen Fr. 87.50.- für ein Rindsfilet mit drei Möhrchen auf dem Teller.

  • Sinan T am 03.08.2018 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Torres?

    Nenn dich bitte nicht so wie torres Lauch..

  • Glaube am 03.08.2018 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Garten Koch

    Sieht bei mir im Garten gleich aus

  • Miri am 03.08.2018 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Wenn ich mein Essen einfach mit nutzlosen Blütenblättern überschütte, sieht es genau so aus. Und es schmeckt sicher nicht schlechter. Er macht gar nichts Neues. Er übertreibt nur alles. Hat für mich mit Kochen und Genuss nur wenig zu tun, mehr mit Selbstinszenierung.

    • Jpo26 am 03.08.2018 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Miri

      Die nutzlosen Blütenblätter haben auch einen Eigengeschmack und beinflussen unter anderem das Gericht. Der Amateur streut Blüten über den Teller, der Profi verleit damit seinem Gericht Finesse weil hinter jeder exalt platzierten Blüte auf dem Teller eine Überlegung steckt. Wenn Sie lieber bei Schnipo im Restaurant Sternen in Hintertupfiken essen gehen ist das Ihre Sache. Doch finde ich es hier nicht angebracht das Talent eines Ausnahmekönners in Frage zu stellen. Dies wäre nur schon anhand der unzähligen besternen Stationen in seinem Lebenslauf nicht gerecht.

    • Anna am 03.08.2018 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Miri

      Vielleicht beides. Er kann kochen, hat Spass am Kreieren und zeigt es gern. Warum nicht? Kannst du auch machen - jeden Tag zu Hause, am Wochenende lässt du 'Die Sau' raus, da gibt es etwas Buntes. Viel Spass.

    einklappen einklappen
  • Prophet am 03.08.2018 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mhmmm!

    Wenn meine Frau so gut kochen könnte, müsste ich auch weniger auswärts essen ;-)