04. April 2005 04:51; Akt: 03.04.2005 22:40 Print

Sprayer: «Ich musste der Provokation ein Ende setzen»

Die Plakatwerbung für den neuen Littauer Erotik-Markt erhitzt weiterhin die Gemüter. Auch Tobias Fischlin stach die Werbung ins Auge. Er übersprayte den kecken Po.

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Dass Tobias Fischlin, der in Steinerberg wohnt, das Plakat überhaupt zu Gesicht bekam, war reiner Zufall. «Ich half einem Freund in Hochdorf die Bäume schneiden», erzählt der 22-Jährige, «da entdeckte ich die Schande.» Für den jungen Katholiken ist das Plakat «eine Aufforderung zur Unsittlichkeit» und deckt sich nicht mit Gottes Geboten. Fischlin sieht sich nicht als Randalierer. Er habe auch nichts gegen den Erotik-Markt. «Wäre auf dem Plakat nur Text und nicht noch die Frau als degradiertes Lustobjekt, hätte mich das nicht gestört», sagt Fischlin.

Auch ist er überzeugt, dass solche Plakate nicht auf öffentlichen Grund gehören. Fischlin wurde beobachtet, als er zur Tat schritt. Deshalb kannte Erotik-Markt-Inhaber Patrik Stöckli schon bald Name und Adresse des Sprayers. Er suchte den Kontakt mit Fischlin, kriegte aber bisher nur die Mutter ans Telefon. Diese gab Stöckli zu verstehen, dass sie stolz auf ihren Junior sei und er dies «supergut» gemacht hätte. Stöckli reichte trotzdem Strafanzeige ein. Nun droht Fischlin eine Busse – doch das beeindruckt ihn wenig: «Ich zahle bestimmt nicht und unterstütze damit noch die Kampagne. Lieber gehe ich ins Gefängnis.»

(sam)