Taxis

19. Dezember 2016 05:39; Akt: 19.12.2016 05:39 Print

Stadt Zug soll Uber den roten Teppich ausrollen

Uber ist neuerdings auch in der Stadt Zug aktiv. Damit sich das Taxi-Unternehmen richtig entfalten kann, will die FDP wissen, ob Zug Sharing Economy fördern wird.

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Zug ist die erste Stadt der Zentralschweiz, in der Uber-Taxis unterwegs sind. Die Liberalen aus Zug haben dies «mit grosser Freude vernommen», wie die Stadtzuger FDP in einem Vorstoss schreibt. Dies sei «ein guter Start und diese Anbieter für günstigere Fahrten sollen ausgebaut werden». FDP-Gemeinderat Rainer Leemann hat den Vorstoss kürzlich eingereicht, nachdem er selber mit Uber mitgefahren ist. Für die Strecke Zug Postplatz bis Zug Rank, die laut Google Maps 2,9 Kilometer lang ist, zahle er mit einem normalen Taxi 20 bis 25 Franken, «mit Uber maximal zehn Franken».

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Soll die Stadt Zug für Uber günstige Bedingungen schaffen?
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Stadt Zug soll Vorreiterrolle übernehmen

Uber sei allerdings erst begrenzt in Zug unterwegs. «Manchmal hat es Autos, manchmal nicht», sagt Leemann und möchte dies ändern. Im Vorstoss wird die Stadtregierung angefragt, ob Zug im Bereich Sharing Economy eine «Vorreiterrolle» einnehmen will. Leemann: «Es geht neben Uber auch um Plattformen wie Airbnb und dergleichen. Die Stadt soll dafür schauen, dass solche Angebote neben den bestehenden Platz haben. Allenfalls müssen bestehende Reglemente deshalb geändert oder abgeschafft werden.»

Der Vorstoss nimmt auch Bezug auf Bitcoin: Zug war die erste staatliche Institution der Welt, welche Zahlungen mit Bitcoins ermöglichte. «Die Stadt Zug ist gut darin, Pilotprojekte zu schaffen», folgert Leemann daraus. Dies solle sie nun auch im Bereich Sharing Economy ausspielen.

«Man kann Uber gar nicht verhindern»

In Bezug auf die Taxis erhofft er sich, dass Uber dazu führen wird, dass die Preise nach unten angepasst werden. «Ich war fünf Jahre lang Student, und da sucht man immer budgetschonende Angebote. Auch aus meinem Umfeld höre ich, dass die Taxipreise Potenzial gegen unten haben.» Es sei zwar gut möglich, dass die herkömmlichen Taxibetreiber damit nicht zufrieden sind; in anderen Schweizer Städten fanden schon Demos statt. «Aber man kann Uber gar nicht verhindern. Neue und bestehende Angebote sollen gleiche Vorraussetzungen haben. Und mehr Wettbewerb durch neue Geschäftsmodelle ist willkommen.»

Damit auch herkömmliche Betriebe weiter bestehen können, wird der Stadtrat auch gefragt, ob Reglemente und Auflagen für Taxibetriebe abzuschaffen seien, damit diese günstiger arbeiten können. Und der Stadtrat solle abklären, ob Sharing Economy der Stadt einen Mehrwert bringe oder die Existenz bestehender Anbieter gefährde.

«Das ist das allerletzte»

Die herkömmlichen Taxibetreiber in Zug haben natürlich keine Freude am Vorstoss. Faruk Bozacilar, der das Familienunternehmen 1A Bahnhof Taxi betreibt, kritisiert Uber, weil es Fragezeichen etwa in den Bereichen Kontrolle der Arbeitszeiten oder der Abrechnung der Mehrwertsteuer gebe: «Es ist das allerletzte, wenn nun Politiker Uber unterstützen. Ich bin sprachlos.»

Zudem seien die Zuger Taxis schon jetzt unter grossem Druck: Ab Januar gilt das neue Taxireglement, dann können sich auch Taxiunternehmen aus anderen Kantonen für einen Stadtplatz anmelden. Taxifahrer Djuro Mikasinovic von ABC Taxi Zugerrötel sagt zum Vorstoss: «Wenn schon, dann müssen für Uber die gleichen Bedingungen gelten wie für normale Taxis. Das ist nicht der Fall und nicht korrekt gegenüber normalen Taxiunternehmern.»

(mme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frank am 19.12.2016 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich fasse es nicht

    Ich fasse es nicht wie kurzsichtig Leute sind die hier schreiben. Uber ist schlicht Menschen verachtend. Es gibt keine Versicherung keine Arbeitslosenkasse und die zahlen weder Steuern noch sonst welche Abgaben. Die Fahrer verdienen praktisch nichts an ihren Fahrten. Noch sind weder Fahrer noch Passagier versichert. Uber kassiert ohne Leistung zu erbringen ausser die Plattform stellen ein fast steuerfreies Vermögen. Sind wir wirklich so unsozial und egoistisch geworden, das wir sowas unterstützen, nur weil es billig ist? Einfach beschämend.

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  • Mirko Müller am 19.12.2016 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechnen bitte

    "Für eine Strecke von 2.9km bezahle ich 10 Franken". Rechnen sollte man können. 10 Franken -20% Provision Uber = 8 Franken. Dazu kommt je nachdem noch eine Leerfahrt, somit sind es dann 5.8km. Abzüglich der Kosten fürs Auto bleibt dem Fahrer vielleicht noch ein Zweifränkler Gewinn. Fair? Garantiert nicht. Uber eignet sich als Nebenjob aber sicher nicht als Hauptverdienst. Sehr kurzfristige Denkweise. Ich will in einem sicheren Land leben, in dem es den Leuten gut geht. Deshalb wähle ich auch nicht FDP.

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  • Josef am 19.12.2016 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    Leute werden nur ausgenutzt

    Warum ist Uber gut? Weil es billig ist. Wenn es besser wäre, würden die Kunden wohl auch denn normalen Preis zahlen. Weshalb ist es billig, weil das ganze Risiko der Fahrer trägt und keine staatliche Regelungen bestehen. Wer Uber nutzt, nützt meines Erachtens einfach die Leute wegen einem finanziellen Vorteil aus. Geiz ist geil!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruth am 20.12.2016 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    UEBER SCHWEIZWEIT VERBIETEN

    Auch EU - Fernbusse haben in der Schhweiz nichts zu suchen, ausser normale Reis-Car.

  • Anonym am 20.12.2016 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geiz ist geil

    Wir sind eine 5 Köpfige familie, und leben vom Taxieinkommen. Jetz kommen die Uber, und machen es uns schwer, über die runden zu kommen! Wen das so weiter geht, wissen wir nicht, wie wir all die Rechnungen und Unterhalt bezahlen wollen! Das ist einfach nicht fair !!!

  • Anonym am 20.12.2016 00:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geitz ist geil

    Wir eine Familie,leben auch vom Taxieinkommen. Jetz kommen noch die Uber, und machen unser existens total kaputt. Wovon bitte,sollen wir leben,und unsere Rechnungen bezahlen?

  • sagamol am 19.12.2016 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geiz ist nur kurzfristig geil

    Auch ihr Betrieb wo sie arbeiten wird bald wegrationalisiert. Ist ja auch nur zum Vorteil der Kunden ihrer Firma.

  • wK am 19.12.2016 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Braucht das Hirn und nicht den Alkohol

    Es ist beschämend, wenn jemand auf Einführung der billigsten privaten Fahrdienst ausweicht. Habt ihr auch schon überlegt welche Kosten auf einen Taxi Unternehmer zukommen. Ein Chauffeur hat vielleicht eine Familie die auch gerne jeden Tag ein Stück Brot essen möchte. Noch etwas, wenn ihr in ein privates Fahrzeug als Fahrgast einsteigt seid ihr keines falls Geschütz und versichert. Nehmt einfach Mal das Hirn zur Anwendung. Es grüßt ein UN.