Güsel illegal entsorgt

18. Februar 2020 20:47; Akt: 19.02.2020 07:46 Print

«Natürlich zweifelt man am Verstand der Menschen»

Kompost und Sperrmüll in Bauschutt-Mulden sorgen bei Bauunternehmern für Unmut. Die Mulden-Unternehmen freut es.

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Am Luzerner St. Karliquai steht seit Monaten eine Mulde für Bauschutt, da im Nebengebäude umgebaut wird. Jedoch befindet sich in der Mulde nicht nur Bauschutt, sondern jede Menge sonstiger Abfall: von leeren Bierdosen über Katzenstreu bis hin zu Sneakers ist alles dabei.

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haben sie schon eigenen Müll in einer Bauschutt-Mulde entsorgt?

Velos, Kompost und Möbelstücke

Die Baustelle leitet die Häni Bauunternehmung AG. Geschäftsführer Heinz Häni hat immer wieder mit Güsel in den Mulden zu tun: «Wir hatten auch schon Mulden, da waren ganze Möbelstücke oder Velos drin.» Häni weist darauf hin, dass ein solches Entsorgen illegal ist. «Was gewisse Leute da anstellen, ist wirklich nicht fair. Wenn in der Mulde nicht der vorgesehene Müll landet, muss er vom Mulden-Unternehmen getrennt werden. Dafür muss dann der Bauherr in die Tasche greifen», sagt er.

Die Josef Frey AG ist ein solches Muldenunternehmen. Helmut König von der Firma meint, dass die illegale Entsorgung meist an öffentlichen Plätzen, wo Mulden nicht gut umzäunt werden können, vorkomme. Erich Fuchs von der Fuchs Bau AG sieht das Problem vor allem in urbanen Gebieten: «Dort kommt es oft vor, dass Leute im Vorbeigehen ihren Plunder in die Mulde werfen.» Am schlimmsten seien Kompost oder Grünabfall, da dieser gar nichts in der Mulde verloren habe und vom Mulden-Unternehmen separat verrechnet werde.

Zwar gebe es abschliessbare Mulden, diese könnten aus logistischen Gründen aber nicht an jeder Baustelle bereitgestellt werden. Deshalb hat man bei Fuchs Bau reagiert: «Wenn wir die Mulde nicht abschliessen können, führen wir den Bauschutt in unser Magazin zurück, wo wir unser eigenes Mulden-System haben», sagt Fuchs weiter. Auch die Häni Bauunternehmung AG sieht sich zum Teil gezwungen, die Mulden selber auszumisten.

Es gibt auch Profiteure

Helmut König von der Josef Frey AG kennt die ganze Thematik. Das Unternehmen stellt die Mulden bereit, holt sie wieder ab und trennt den Abfall, falls es nötig ist. Für das Mulden-Unternehmen stellt nicht nur der Kompost einen Mehraufwand dar. König: «Für uns ist der Plastik im Bauschutt das grösste Problem. Der muss dann mühselig von Hand getrennt werden.»

Er versteht auch, dass sich Bauunternehmer über die illegale Entsorgung aufregen. Er sieht die Josef Frey AG aber nicht als Leidtragende: «Natürlich zweifelt man am Verstand der Menschen, wenn man Schuhe oder ein Velo in einer Bauschutt-Mulde findet. Aber schlussendlich verdienen wir unser Geld mit dem Trennen des Mulden-Mülls.» Was in die Mulde darf und was nicht, werde schon vor dem Bereitstellen der Mulde geklärt. Hat es dann fremdes Material drin, müsse das Sortieren dem Kunden verrechnet werden, sagt König.

(nke)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jessygoesbad am 18.02.2020 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    manchen leuten kann man nicht helfen, schade das die bei sowas nicht erwischt werden

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  • Napoleon Borntoparty am 18.02.2020 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stinkfrech

    Hab mal jemanden erwischt wie er seine abgeschnittenen Äste in den Bauschutt entsorgte. Die habe ich ihm wieder liebevoll mit Kabelbinder an den Baum gebunden.

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  • Freeridersteve am 18.02.2020 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fakt

    Wenn es als Strafe finanziell weh täte oder wenn es so richtig 'ufe ranze' gäbe, würde das aufhören.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marius am 19.02.2020 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Jammern, handeln!

    Früher (In Italien heute noch) hat man den Inhalt angezündet und so massiv gespart, da bleibt jenachdem nicht die Hälfte vom Gewicht übrig. kann ja immerwiredermal eine Zigi reinfallen....

  • Reini M. am 19.02.2020 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweinerei

    Wenn das auf einer meiner Baustellen passiert, nehmen wir den Fremden Abfall raus und legen ihn aufs Trottoir! Wieso soll der Bauherr oder der Unternehmer dafür bezahlen? Einmal hatten wir einen zugeschaut wie er Abfall in unsere Mulde geworfen hat. Zu unserem Glück war er mitten Auto da. Er bekam einen Rechnung von uns. Nach der Betreibung bezahlte er!

  • w e. am 19.02.2020 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie kann man am Verstand zweifeln, wenn keiner vorhanden ist ?

  • manual am 19.02.2020 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Hä?

    Was soll an abschliessbaren Mulden eine Logistische Herausforderung sein? Das sind die selben Mulden wie sonst auch nur mit extra Verdeck. Man muss ja keine abschliessbare Abroll-Mulde bestellen. Kann mich da jemand belehren?

  • Auch Grünschnäbel am 19.02.2020 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    sind nicht davor gefeit

    Also ich persönlich zweifle nicht mehr, es lebt sich viel besser damit!

    • 1234 am 19.02.2020 13:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Auch

      Problem ist, man muss auch mit allem rechnen. Verwahrlosung, Verdreckung und dann noch Gewalt. Wir haben jetzt langsam einen Ausnahmezustand der es so früher nur von einzelnen Personen gab. Jetzt sind es schon grössere Gruppen die sich an nichts halten. Es wird gefährlich!

    • Bananenrepublik lässt grüssen am 19.02.2020 14:15 Report Diesen Beitrag melden

      @1234

      Logo, und ein grosses Dankeschön an Bundesbern.

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