Matthias Steinegger

23. September 2019 13:53; Akt: 23.09.2019 17:03 Print

FDP-Kandidat zieht nach Hirnblutung Notbremse

von Daniela Gigor - Dem Urner FDP-Nationalratskandidaten Matthias Steinegger geht es besser. Trotzdem muss er sich schonen. Darum verzichtet er auf die weitere Kandidatur.

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Vergangene Woche hat der Urner FDP-Nationalratskandidat Matthias Steinegger eine Hirnblutung erlitten. Am Freitag wurde er in eine Spezialklinik eingeliefert. Der 43-Jährige ist der Sohn des Urner Polit-Urgesteins Franz Steinegger.

Wie die FDP des Kantons Uri am Montagnachmittag mitteilte, wird Steinegger nun nicht für den Nationalrat kandidieren: «Matthias Steinegger hat sich aufgrund der aktuellen gesundheitlichen Probleme entschieden, seine Kandidatur für den einzigen Urner Sitz im Nationalrat offiziell zurückzuziehen», teilte die FDP Uri mit. Die Partei verstehe und respektiere den Entscheid; die Gesundheit habe höchste Priorität.

Sie bedauert aber auch, dass mit Steinegger ein Kandidat aus dem Rennen steigen muss, der mit guten Wahlchancen unterwegs gewesen sei. Weil die Zeit für eine neue Kandidatur nicht ausreiche, obwohl man über geeignete Kandidaten verfüge, verzichtet die FDP auf eine neue Kandidatur. Sie empfiehlt nun, einen der anderen bürgerlichen Kandidaten der SVP oder CVP zu wählen. Auch die SP will den einzigen frei werdenden Sitz Uri erobern.

Er konnte sich nicht mehr an Namen erinnern

Vater Franz Steinegger erzählte 20 Minuten, was vergangene Woche passierte: «Mein Sohn war am letzten Donnerstag in Bürglen im Einsatz. Dort bemerkte er, dass er Mühe hatte, sich auf seine Rede zu konzentrieren.» Davon hätten die Besucher des Tell-Museums allerdings nichts mitbekommen.

Am Freitagmorgen habe sich der Zustand von Matthias Steinegger gar verschlechtert. «Er konnte sich nicht mehr an Namen erinnern», sagt sein Vater. Danach habe sein Sohn einen Arzt angerufen, der seine Erinnerungslücke auf den Stress zurückführte. Nach dem Mittag griff der 43-Jährige erneut zum Telefon und rief seine Stiefmutter, Ruth Wipfli Steinegger an. Diese ist Vizepräsidentin von Swiss Tennis, sie befand sich gemeinsam mit Präsident René Stammbach am Laver Cup in Genf.

Matthias Steinegger wird sich schonen müssen

Nachdem Matthias Steinegger die Stiefmutter über seinen Zustand informiert hatte, empfahl sie ihm, sofort ein Spital aufzusuchen, so Vater Franz Steinegger weiter. «Dies bekam Stammbach mit und er informierte sofort die Hirslanden-Klinik in Zürich, dass ein Patient in das Neuro-Zentrum unterwegs sei. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, was mein Sohn hatte. Es gab drei Möglichkeiten: Einen Hirntumor, einen Hirnschlag oder eine Hirnblutung.» Die Diagnose der Klink ergab eine Hirnblutung.

Nun sei der 43-Jährige auf dem Weg zur Besserung. «Er hat keine bleibende Schäden und kann reden, aber die Ursache für die Hirnblutung muss noch abgeklärt werden», sagt Steinegger Senior. Er rechnet damit, dass sein Sohn die Klink in wenigen Tagen wieder verlassen kann. Anschliessend müsse er sich aber schonen. «Er hatte Glück im Unglück», sagt der 76-Jährige.