1000 Franken

19. März 2019 16:54; Akt: 19.03.2019 17:35 Print

Tierschützer jagen Katzen-Hasser mit Kopfgeld

In Emmen LU hat ein Unbekannter eine Katze angeschossen. Büsibesitzer sind nun in Angst. Eine Stiftung setzt 1000 Franken aus für Hinweise, die zum Täter führen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Ich lasse meine Katzen momentan nicht nach draussen, das ist zu gefährlich», sagt eine Anwohnerin aus dem Quartier Waldibrücke in Emmen LU liegt. Grund: Im Quartier hängen Zettel, mit denen vor einem Katzenhasser gewarnt wird. Kürzlich wurde dort ein angeschossener Kater gefunden. Die Anwohnerin selbst weiss von zwei Katzen, die in jüngerer Zeit verschwunden sind.

Umfrage
Finden Sie es in Ordnung, wenn private Kopfgelder aussetzen?

«Wer so grausam ist, muss bestraft werden»

Die Zellweger Animal Foundation hat sich dem verwundeten Kater angenommen: «Harry hatte eine schwere Verletzung an einem Vorderbein. Die Kugel hat ein Gelenk zertrümmert», sagt Edith Zellweger.

Die Stiftungspräsidentin hat sich auch bei der Luzerner Polizei gemeldet. «Ich werde Anzeige gegen Unbekannt erstatten», sagt sie. Zudem sucht die Stiftung mittels Plakaten nach Hinweisen zum Täter: «Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täterschaft führen, ist eine Gesamtbelohnung von 1000.- CHF ausgesetzt!», steht dort. Zellweger hofft nun, dass der Katzenhasser gefunden wird: «Es muss jemand aus diesem Gebiet sein. Wer so etwas Grausames tut, muss bestraft werden.»

Die Katze musste operiert werden: «Wir wollten verhindern, dass das Bein amputiert werden muss», sagt Zellweger. «Das Projektil steckt aber noch immer drin und muss noch entfernt werden.» Laut der Stiftungspräsidentin habe Harry nach der Operation bereits wieder versucht, sein lädiertes Bein zu belasten.

Besitzerin wollte keine Verantwortung übernehmen

Bis Harry operiert werden konnte, war es ein mühsamer Weg. Ein Bub hatte das Tier gefunden und dessen Mutter brachte Harry zum Tierarzt. In der Praxis fand man heraus, wem der unkastrierte Kater gehört. «Die rechtmässige Besitzerin wollte aber nicht für die Kosten aufkommen, die Verantwortung dafür hat sie abgestritten», so Zellweger. Der Kater habe bereits früher seinen Wohnort bei der Besitzerin verlassen und lebe seither auf der Strasse. «Harry war aber in dieser Zeit ständig im Quartier unterwegs», so Zellweger.

Das Tierheim, in dem Harry zuvor lebte, hatte angeboten, 1000 Franken an die Operation beizusteuern. Den Rest hätte aber die Finderin des Büsis berappen müssen – ansonsten müsse der Kater wohl eingeschläfert werden. «Eine solche Operation kostet mehrere Tausend Franken und niemand wollte die Verantwortung dafür übernehmen. Das ist skandalös», sagt Zellweger. Die Finderin sei glücklicherweise für die Erstversorgung und Schmerzmittel aufgekommen. Die weiteren medizinischen Kosten übernimmt die Stiftung.

«Wer so etwas Grausames tut, muss bestraft werden»

Eine Bekannte der Finderin hatte die Stiftung angerufen: «Am Samstag ist Harry mir übergeben worden. Danach brachte ich ihn zum Tierarzt», sagt Zellweger. Da die rechtmässige Besitzerin mit Harry nichts mehr zu tun haben wollte, kümmert sich nun Zellweger um den Stubentiger. «Entweder finde ich einen Platz, an dem es ihm gut geht oder ich schaue selbst zu ihm.»

(gwa)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oliver Schlageter am 19.03.2019 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Oliver77

    Recht so!!!! Wuerde erhöhen um 500.- wenn man ihn schnappt! Mag Katzen nicht besonders da ich zwei Hunde habe aber es sind auch Lebewesen die mit respekt behandelt werden sollen!!! Dieser "Mensch" muss gefasst werden und richtig bestraft denn es ist unfassbar dass Menschen sich die frechheit herausnehmen ubd Tiere so behandeln!!! Ich hoffe sehr dass diese Person gefasst wird!!

    einklappen einklappen
  • Jay Noche am 19.03.2019 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppelte Enttäuschung

    Zuerst wird das arme Tier von einem Quäler angeschossen und der ehem. Besitzer würde keinen Finger krümmen für seinen einstigen Liebling...Schande der Menschheit!

    einklappen einklappen
  • D. Mühlemann am 19.03.2019 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Das gleiche sollte mit Hundehassern angegangen werden!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • K. B. am 19.03.2019 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unseren Kater hats auch mal erwischt ;(

    In Effretikon ZH in unserem ehemaligen Quartier war auch ein Katzenhasser unterwegs. Leider hat er auch unseren Kater erwischt. Nachdem jemand eine katze im Baum erhängt hat und eine weitere mit einem engen Gummiband um Hals laufen lies hat er unserem Kater das Becken zertrümmert. Eine Operation wurde von 3 Tierärzten verweigert.. Er musste 6Wochen still in einem Kleinen Käfig liegen um zu heilen. Er musste bis zu seinem Lebensende (vor 2 Wochen) immer Stuhlweichmacher nehmen. Wir liesen ihn nicht mehr raus und er wurde depressiv. Um unseren Kater zu retten mussten wir ihn schwerenherzens abgeben. Gottseidank haben wir die allerbeste Dame gefunden wo Er noch ein paar Jahre glücklich ohne Sorge und Angst leben konnte. Ich finde wolche Menschen sollten schwer bestraft werden. Das ist ein LEBEN mit Gefühlen! Unfassbar sowas!

  • Ursi Berger am 19.03.2019 18:33 Report Diesen Beitrag melden

    Ich liebe Katzen, aber es sind zu viele

    Wiesenbrüter sind alle auf der roten Liste. Wegen Landwirtschaft und zu vielen Freigänger-Katzen. Die Freigänger-Zahl muss irgendwie beschränkt werden. Dann gibts sicher auch weniger Hater. Auf Tiere zu Schiessen ist echt das Letzte. Egal, ob im Wald oder sonstwo. Aber wenn ich aus meiner Küche gucke, sehe ich z.T. bis zu zehn Katzen auf einer Wiese. Für viele faule Leute sind es bequeme Haustiere. Futter und Wasser hinstellen, manchmal biz streicheln und sonst v.a. Ignoranz. Solche Leute dürfen keine Katzen haben. Dem Tier zu liebe. Meine Büsi sind alle aus dem Tierheim und keine Freigänger.

  • Georgios am 19.03.2019 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Böse Menschen

    Ich liebe Katzen über alles ,drei Katzen habe ich aufgenommen weil der Besitzer die nicht mehr wollte,bei mir hatten sie ein gutes fürsorgliches Zuhause,es waren Wunderbare Tiere Altershalber sind beide gestorben und bin immer noch traurig, leider gibt es böse Menschen die Tiere hassen wahrscheinlich auch zu den Menschen ,meine Mutter sagte immer wer Tiere nicht liebt sind schwierige Menschen ,

  • Vivienne am 19.03.2019 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie kann man Tiere hassen?

    Leute, die Tiere nicht mögen, sind für mich per se suspekt.

  • Hene am 19.03.2019 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besitzerin

    Ich hoffe die "rechtmässige" Besitzerin bekommt nie wieder von einem Tierheim ein Büsi.