WC an der Hochschule

22. Januar 2020 17:37; Akt: 22.01.2020 17:37 Print

Behinderte und Trans-Menschen im WC-Streit

An der Hochschule Luzern gibt es drei neue All-Gender-Toiletten. Weil an der Tür auch ein Symbol für Behinderte angebracht war, gab es Knatsch.

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Am Departement Soziale Arbeit der Hochschule Luzern wurden drei All-Gender-Toiletten eingerichtet. «Grund war, dass wir im Vorfeld von Trans-Studierenden auf die damalige Toiletten-Situation aufmerksam gemacht wurden», sagt Daniel Kunz, Diversity-Beauftragter des Departements Soziale Arbeit an der Hochschule Luzern. Bis dahin waren die Toiletten klassisch nach Geschlechtern getrennt, zudem gab separate Toiletten für Behinderte.

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Nachdem sich die Trans-Studierenden gemeldet hatten, wurden im Departement also die zusätzlichen geschlechterneutralen Toiletten realisiert. «Wir wollten der differenzierten Sicht Rechnung tragen, sodass sich die Studierenden wohl fühlen und die Möglichkeit haben, selbstbestimmt die Toiletten zu wählen, in denen sie sich sicher und aufgehoben fühlen», sagt Kunz weiter.

Beschriftung störte

Die Reaktionen auf die Massnahme seien mehrheitlich positiv ausgefallen, so Kunz. Nicht jedoch bei einigen Betroffenen. Sie beschwerten sich bei der Hochschule: «Menschen mit einer Behinderung wollten nicht mit Transmenschen, Transmenschen nicht mit Menschen mit einer Behinderung gleichgesetzt werden», sagt Kunz gegenüber Zentralplus.

Stein des Anstosses war offenbar die ursprüngliche Beschriftung der Toiletten: Auf einem gelben Schild prangte neben dem Transgender-Symbol auch eines mit einem Rollstuhl, das für die Barrierefreiheit steht. «All-Gener-WC» hiesst es darunter.

Auf der Suche nach einer Lösung, die allen genehm ist, sassen die Verantwortlichen mit Studentenorganisationen zusammen – mit Erfolg, wie Kunz bestätigt. Nun steht an den Türen der geschlechtsneutralen Toiletten«All-Gender-WC» geschrieben, dazu «Barrierefrei» mit der entsprechenden Grafik eines Rollstuhls, diese ist aber nur noch klein.

Restaurant als Vorreiter

Kunz betont, dass keine baulichen Massnahmen getroffen wurden, die Geld gekostet hätten. Es seien einzig bestehende Toiletten neu eingeteilt und beschriftet worden. Auch gebe es extra Gender-Toiletten ausschliesslich am Departement Soziale Arbeit.

Vorreiter in Sachen Unisex-Toiletten ist übrigens das Restaurant Anker. 2016 hatte sich der Betrieb über die Vorschrift hinweggesetzt, dass im Kanton Luzern Toiletten zwingend getrennt werden müssen. In der Folge wurden diese Toiletten ab Juli 2018 von der Luzerner Regierung erlaubt.

(dag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eireni am 22.01.2020 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow Leute, sonst noch Probleme?

    Wow. Beide Gruppen (darf man dem heute noch so sagen?) wollen einander nicht gleichgesetzt sein. Mensch mensch.. und in einem anderen Kontext sagen die bestimmt "wir sind alle gleich, müssen gleich behandelt werden". Es geht ums Klo, Leute. Ums Klo!! Benützen wir doch alle wieder das Gleiche (nacheinander, nicht gleichzeitig, versteht sich. :) ).

  • Schneidewind am 22.01.2020 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heiliger Bimbam.

    Schreibt doch einfach: WC für Menschen!

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  • Expat am 22.01.2020 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Minderheiten fordern zu viel

    Es gibt Probleme auf der Welt, die werden geschaffen, weil es keine echten Herausforderungen mehr gibt. Schaut mal über den Tellerrand was es auf der Welt wirklich für Probleme gibt. Ob sich jemand auf einer Toilette wohl fühlt gehört nicht dazu.

Die neusten Leser-Kommentare

  • HiQFish am 22.01.2020 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gahts no?

    und wieder werden Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung diskriminiert. Die weingen speziell für sie gebauten Toiletten werden von körperlich gesunden Transgendern nucht nur beansprucht, sondern sogar vorrangig beansprucht. Der Rollstuhl wird nur noch unten klein dargestellt. Gahts no?

  • HD am 22.01.2020 20:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache Diskriminierung!

    Selber auf eine separate Toilette bestehen aber dann Gehbehinderte diskriminieren...wieso wollen Transmenschen nicht mit Gehbehinderten auf den gleichen Topf?

  • So ein am 22.01.2020 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Kindergarten

    Kindergarten. Egoismus wird über die Allgemeinheit gestellt.

  • Mark P am 22.01.2020 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Theater

    Wenn ich dringend muss interessiert mich nicht was da auf der Türe steht.. Ist nicht verboten auf ein anderes Klo zu gehen! Also wozu dieses Theater

  • Deeana am 22.01.2020 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und die langweiligen Normalos?

    Ich will nicht gemischte Toiletten! Ich bin eine Frau und will auf eine Frauentoilette!

    • Adi am 22.01.2020 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Deeana

      Und ich ein Mann und ich will auf die Männertoilette.

    • GG am 22.01.2020 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Deeana

      Irgendwie anders: Sie sind ein Original und wollen auf eine authentische Toilette

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