Nach Prügelvideo

10. Oktober 2013 10:21; Akt: 10.10.2013 10:53 Print

Strafverfahren gegen Polizeichef Hensler

Das Schock-Video des Prügel-Polizisten hat ein Nachspiel. Die Luzerner Staatsanwaltschaft hat gegen den Polizeikommandanten Beat Hensler ein Strafverfahren eröffnet.

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Das Überwachungsvideo, das einen Beamten der Luzerner Polizei beim Prügeln zeigt, hat weitere Konsequenzen: Die Staatsanwaltschaft Luzern hat gegen den Polizeikommandanten Beat Hensler ein Strafverfahren eröffnet. Es besteht der Verdacht auf Amtsgeheimnisverletzung.

Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft, bestätigte am Donnerstag auf Anfrage eine Meldung der SRF-Sendung «Rundschau» vom Mittwochabend. Die Untersuchung führt eine Staatsanwältin aus dem Kanton Uri.

Hintergrund des Strafverfahrens ist die Veröffentlichung eines Videos einer Überwachungskamera. Darin ist ein Elitepolizist der Luzerner Polizei zu sehen, der einen am Boden liegenden Einbrecher mehrfach mit Fusstritten gegen den Kopf traktiert.

Video ohne Einwilligung gezeigt

Der Polizeikommandant Beat Hensler zeigte das Überwachungsvideo drei Wochen nach dem Übergriff den Mitgliedern der Sondereinheit Luchs. Hensler tat dies ohne die Einwilligung der zuständigen Staatsanwältin. Das Video ist Teil einer Strafuntersuchung gegen den prügelnden Polizisten.

Die Staatsanwaltschaft leitete laut Kopp unmittelbar nach der Veröffentlichung des Videos gegen Unbekannt eine Untersuchung wegen Amtsgeheimnisverletzung ein. Danach erstattete der Anwalt des betroffenen Polizisten beim Regierungsrat konkret Anzeige gegen Beat Hensler.

«Einzelfall»

Die Regierung leitete die Anzeige einen Monat später an die Staatsanwaltschaft weiter. Diese beauftragte gemäss Kopp gleichentags eine ausserkantonale Staatsanwältin.

Polizeikommandant Hensler kommentierte das Video im August als Einzelfall, der sich nicht wiederholen dürfe. Bei diesem Gewaltübergriff handle es sich um einen jener Vorfälle, welcher der Berner Alt-Oberrichter Jürg Sollberger im Auftrag von Justizdirektorin Yvonne Schärli gegenwärtig untersuche.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jowe am 10.10.2013 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    man glaubt es kaum

    Komisch ist...dass Gewaltverbrecher und Messerstecher gehätschelt und betreut werden , Opfer nicht unterstützt werden und wenn ein Polizist seine Arbeit etwas härter macht, wird er an den Pranger gestellt. Oh man was ist das nur für eine verlogene Politik?

  • Donnerwetter am 10.10.2013 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Kutteln putzen!

    Beat Hensler ist in meinen Augen eine lächerliche Figur und der Polizist, der wiederholt und fortgesetzt, mit Stiefeln, einen gefesselten, wehrlosen Verdächtigen mit wuchtigen Fusstritten misshandelt, gehört blitzartig hinter Schloss und Riegel gesperrt. Aber blitzartig.

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  • Elias am 10.10.2013 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Gespannt

    Ich bin ja gespannt welche Politische Gruppierung dieses Kesseltreiben zu verantworten hat. Die Verantwortlichen müssten mal einen Kurs betreffend Mobbing besuchen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel Lenzin am 10.10.2013 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    An alle sogenannten "Spezialisten"!!

    Die Tritte sind nicht gegen den Kopf des vermeintlichen "Opfers"! Sondern gegen die hinter dem Kopf verschrenkten Arme. Wenn ihr Spezialisten das Video zu Ende gesehen hättet, dann hättet ihr mitbekommen, dass der Beamte erst nach dem wegstecken seiner Waffe in's Holster, die Arme des Täters nach hinten fixierte... aber kurz danach endete das Video natürlich!

  • Manu am 10.10.2013 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt muss er weg

    So wies aussieht muss der Boss weg. Die geben jetzt keine Ruhe mehr bis er weg ist, da kann passieren was es will.

  • Martin. am 10.10.2013 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Macht führt zu Sadismus:

    dieser Umstand ist menschlich und weltweit anzutreffen. Grosse Macht heisst eigentlich grosse Verantwortung und daher schwer nachvollziehbar, wie ein Hoheitsgebiet diese Praktiken im Rahmen ihrer Aufgaben "gutheisst". Daher unabhängige Kontrollinstanzen schaffen mit klar durchzuführenden Konsequenzen! Auf gut deutsch: scharze Schafe raus, es gibt genügend Weis(s)e...

  • beat 26 am 10.10.2013 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RAMBO...

    es ist doch immer das selbe..wer ein uniform hat darf tun und lassen wozu er lust hat..die polizei wünscht sich zu sehr solche "rambos" so dass sie mit jedem mist davon kommen..wir brauchen hüter von gesetzt und keine die selbst justiz ausüben..solche leute gehören eingesperrt natürlich für längere zeit

  • Donnerwetter am 10.10.2013 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Kutteln putzen!

    Beat Hensler ist in meinen Augen eine lächerliche Figur und der Polizist, der wiederholt und fortgesetzt, mit Stiefeln, einen gefesselten, wehrlosen Verdächtigen mit wuchtigen Fusstritten misshandelt, gehört blitzartig hinter Schloss und Riegel gesperrt. Aber blitzartig.

    • Daniel Lenzin am 10.10.2013 15:31 Report Diesen Beitrag melden

      Video nicht gesehen???!

      Scheinbar nicht!! Der war gar nicht gefesselt! Der hatte lediglich die Arme hinter seinem Kopf verschrenkt. Gegen diese hat er auch getreten. Ausserdem waren Sie ja überhaupt nicht dabei. Der hätte einen 2. Mann gebraucht der in absichert.. irgendwie musste er ihn ja einschüchtern, sonst hätte er ihn angegriffen in dem Moment als er die Waffe wegsteckte. Also was soll diese Hetze?

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