Rausschmiss von der Hochschule

03. Februar 2019 18:54; Akt: 03.02.2019 18:54 Print

Spicken kostet Studentin 18'000 Franken

Eine Studentin der Hochschule Luzern versuchte, von einem Kollegen abzuschreiben. Später schummelte sie auch noch bei der Anwesenheitskontrolle. Dies hat gravierende Konsequenzen.

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Die Hochschule Luzern zeigt im Fall einer schummelnden Studentin keine Gnade. Die junge Frau, die sich für eine Weiterbildung im Bereich Compliance eingeschrieben hatte, flog von der Uni, weil sie versucht hatte, bei einem Tischnachbarn abzuschreiben, und ausserdem bei einer Anwesenheitskontrolle falsche Zeiten in ein entsprechendes Formular eintrug. Die Institutsleitung hatte die Frau zuvor ausdrücklich gewarnt, dass sie im Wiederholungsfall vom Kurs ausgeschlossen würde.

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Wie die «Luzerner-Zeitung» schreibt, hatte die Aufsicht bei einer Prüfung festgestellt, dass die Frau bei einem Kommilitonen abschreiben wollte. Gemäss einem Mitarbeiter hatte die Studentin «mit einer solchen Offensichtlichkeit abgeschaut, wie er es bei einer Prüfungsaufsicht noch nie erlebt hatte». Selbst als dieser sie mündlich zurechtwies, habe sie nicht aufgehört.

Vom Studiengang ausgeschlossen

Die Konsequenzen sind gravierend. Nicht nur wurde sie vom Studiengang ausgeschlossen, auch das Diplom erhielt sie nicht, obwohl sie die Präsenzpflicht eingehalten und die Prüfungen bestanden hatte. Auch die Studiengebühren von rund 18'000 Franken muss sie abschreiben.

Die Frau wollte diesen Entscheid nicht auf sich sitzen lassen und wandte sich ans Kantonsgericht Luzern. Schliesslich habe sie lediglich versucht abzuschreiben. Es sei ihr aber nicht gelungen, weshalb sie milder zu bestrafen sei. Das Präsenzformular habe sie zudem aus reiner Schusseligkeit falsch ausgefüllt.

Jugendliche Unreife keine Entschuldigung

Doch die Richter sahen das anders und stützten den Entscheid der Schule. Die Strafe sei angemessen, denn beim Abschreiben sei die Handlung an sich massgebend. Auch könne die Frau ihr Verhalten nicht mit einer jugendlichen Unreife entschuldigen.

Gerade auch beim Studiengang Compliance sei es wichtig, einen einwandfreien Umgang mit Regeln und Normen zu pflegen. Schliesslich würden die Studierenden lernen, später in ihrem Beruf selbst Mitarbeiter zu kontrollieren, dass sich diese auch vorschriftsgemäss und ethisch korrekt verhalten würden. «Es ist im öffentlichen Interesse, dass nur Personen eine Compliance-Ausbildung abschliessen, die über eine hohe Integrität verfügen», zitiert die «Luzerner Zeitung» aus dem Urteil.

(bee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DaVe am 03.02.2019 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ade Messi

    Tja trotz grosszügiger Verwarnung nochmals erwischen lassen. Da würd ich mal sagen: Selber schuld und heul leise.

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  • Hä? am 03.02.2019 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Julian

    Heutzutage kann man schon alles studieren. Compliance? Echt jetzt? Als nächstes kommt der Bachelor of Science in Housekeeping

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  • Benni am 03.02.2019 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau

    Nur weiter so. Es "studieren" sowieso zu viele .

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hotelier am 04.02.2019 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer noch hören will, muss fühlen

    Richtig so.

  • Z. McCracken am 04.02.2019 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Die Ausssage der Hochschule ist unglaubwürdig

    Schulverweis und Diplomaberkennung ist starker Tobak. Klar soll man nicht abschreiben, aber wenn das wirklich passiert wäre, hätte man der Person ihre Verfehlung SOFORT mitteilen und die Note 1 geben müssen - und nicht erst Monate später. Anscheinend hat man sie aber die Prüfungen alle schreiben lassen und ihr sogar ein Diplom ausgestellt. Da kann man doch nicht Monate später kommen und ihr das aberkennen. Stellt Euch nur vor, man würde Euch Eure Zeugnisse aberkennen, bloss weil ein Assi mutmasst, dass Ihr abgeschrieben haben könntet. Auf jeden Fall vors Gericht ziehen.

    • Ingenieur am 04.02.2019 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Z. McCracken

      Bitte Text nochmals genau lesen: Die Studentin hat ihr Diplom nie erhalten. Was nicht erteilt wurde, kann auch nicht aberkannt werden!

    • Xeno72 am 04.02.2019 15:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      wie es war@Z. McCracken

      Hafenkäse hoch 7. Wer spickt, bekommt nicht Note 1, sondern den Schuh ins A. (ist komplett durchgefallen, schöner gesagt). Das ist sogar an den Maturitätsprüfungen so! Völlig zu Recht, und vor Gericht ging sie dämlicherweise auch noch, und dort hat sie auch haushoch verloren.

    • jasmin am 04.02.2019 15:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Z. McCracken

      Lesen hilft versuchen Sie es mal und lesen den Bericht ganz durch.

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  • Stufi81 am 04.02.2019 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nächster Schritt?

    Würde mich nicht verwundern wenn sie das Urteil weiterzieht und dann die Mobbing-Diskriminierungs-Karte spielt!

    • Xeno72 am 04.02.2019 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stufi81

      Das würde das Bundesgericht auch nicht intetessieren.

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  • Toni am 04.02.2019 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre eine gute Nationalrätin der SVP

    Wenn sie durch Absenzen auffällt, dann passt sie gut zur SVP als Nationalrätin. Dort glänzen auch ein paar durch Absenzen :-)

  • Franz K am 04.02.2019 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reisserischer Titel

    Titel total falsch. Die Studentin hatte das Semester bereits absolviert und dafür ordnungsgemäss die Studiengebühren bezahlt. Wenn jemand bei Rot über die Ampel fährt, erhält er das Benzingeld auch nicht rückwirkend erstattet.