Zentralschweiz

15. Oktober 2014 15:31; Akt: 16.10.2014 14:33 Print

Tarifverbund lichtet den Zonen-Dschungel

Auf den Fahrplanwechsel im Dezember gibt es einen neuen Tarifzonenplan: Dieser hat weniger, dafür grössere Zonen. Einige Strecken werden teurer, andere dafür günstiger.

storybild

Das Lösen eines Billetts soll ab Dezember dank weniger und grösserer Zonen in den Kantonen Luzern, Obwalden und Nidwalden einfacher werden. (Bild: msa)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bisher gab es im Zonenplan des Tarifverbundes Passepartout, der die Kantone Luzern, Nidwalden und Obwalden umfasst, 79 verschiedene Billett- und 35 Abo-Zonen. Auf den Fahrplanwechsel vom 14. Dezember 2014 werden die über 100 Zonen auf 29 grossräumige Tarifzonen reduziert, für Billette und Abos gibt es keine unterschiedlichen Zonen mehr.

Die Einführung der neuen Zonen ist ertragsneutral, das heisst, dass der Tarifverbund gleiche Einnahmen wie bisher anstrebt. Jedoch steigen die Billett-Preise aufgrund der allgemeinen Tariferhöhung um durchschnittlich 2,6 Prozent, wobei sich der Verbund Passepartout an der nationalen Tariferhöhung orientierte. Auch ist den Verantwortlichen bewusst, dass einige Verbindungen markant teurer, andere dafür günstiger werden.

«Eine neue Zoneneinteilung lässt sich jedoch nicht ohne Preissprünge bewerkstelligen», sagte Albrecht Tima, Leiter Tarifverbund Passepartout, an der Medienkonferenz vom Mittwoch. In der Mitteilung hat der Tarifverbund auch einige Preisvergleiche nach ausgewählten Verbindungen genannt. Tendenziell werden Einzelttickets günstiger, Abos teurer. Es hat auch krasse Beispiele darunter: Wer etwa von Lungern nach Luzern mit einem Einzelbillet fährt, zahlt auch nach Mitte Dezember gleich viel. Wer aber die Strecke mit einem Monats-Abo bewältigt, berappt dann 50 Franken mehr. Die Strecke Rothenburg Dorf nach Sursee gibts dafür im Abo um 54 Franken billiger. Die meisten Preisdifferenzen sind aber weit weniger gross.

«Einfacher für alle»

Der neue Zonenplan soll besser verständlich sein: «Es wird einfacher für alle», sagte Tima. Konkret soll es für Pendler unkomplizierter und übersichtlicher werden, Billetts zu lösen. Auch haben Reisende eine grössere Wahlfreiheit bei den Verkehrsmitteln und Reisewegen. Wer heute etwa von Ruswil ein Billett für die direkte Busverbindung nach Luzern löste, konnte mit dem gleichen Billett nicht den alternativen Reiseweg über Wolhusen mit der S-Bahn wählen. Im neuen Zonenplan werden auf dieser Verbindung in beiden Fällen die gleichen Zonen durchquert und es kann zwischen den beiden Routen gewählt werden.

Eine Zone für Luzern und Agglomeration

Ebenfalls einfacher wird es in der Stadt Luzern: Agglomeration und Stadt werden zu einer grossen Zone zusammengefügt. Wer heute von Kriens Obernau nach Ebikon reist, durchquert mit einem Billett die drei Zonen 202, 101 und 203. Neu gilt hier ab Dezember nur noch die Zone 10. «Das Fortbewegen und Ticketlösen wird für die Fahrgäste definitiv einfacher», sagte Daniel Meier, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Luzern. «Der ÖV kann in der Stadt und Agglomeration unbeschränkt genutzt werden, ohne dass eine zusätzliche Zone gelöst werden muss.» Wegen ihrer Grösse gilt bei der neuen Zone 10 ein höherer Preis als bei den restlichen Zonen. In Kombination mit anderen Zonen wird die Zone 10 doppelt gezählt.

Abos und andere Billette, die vor dem 14. Dezember gelöst wurden, können noch bis zum Verfall benutzt werden – dabei gilt in der Übergangszeit noch der alte Zonenplan. Alte Abos können ab 1. November umgetauscht werden, ab dann werden auch neue Billette verkauft.

In einem Preisrechner kann gesehen werden, wie teuer die Billette ab Dezember für die verschiedenen Zonen werden.

(msa)