«Breaking Bad» in Oberägeri

03. Mai 2018 14:10; Akt: 03.05.2018 15:06 Print

So sieht es im Zuger Crystal-Meth-Labor aus

Als er Taschenlampenlicht in einem Nachbargebäude bemerkte, alarmierte ein Bürger die Polizei. Diese traf in den Räumlichkeiten auf ein selbst gemachtes Drogenlabor.

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Am Mittwoch letzter Woche meldete kurz vor 21.30 Uhr ein Bürger der Einsatzleitzentrale, dass er in einer Wohnung im Nachbargebäude Personen mit Taschenlampen sah. Die aufgebotenen Einsatzkräfte umstellten in der Folge das Mehrfamilienhaus in Oberägeri ZG.

Als sie mit dem Mann im Innern der Wohnung Kontakt aufnehmen konnten, stellte sich heraus, dass es sich um den Eigentümer handelte. Er musste sich mit einer Taschenlampe behelfen, weil die Stromversorgung nicht mehr funktionierte. Beim Betreten der Wohnung entdeckten die Einsatzkräfte ein Drogenlabor sowie mehrere Behältnisse mit undefinierbaren Substanzen.

Auch in einem Kühlschrank fanden sie unbekannte Flüssigkeiten, die am Auftauen waren. Zudem roch es im Keller nach Benzin. Eine Expertin für Chemikalien stufte einzelne Stoffe als gefährlich ein, wenn sie nicht gekühlt sind, weshalb als Sofortmassnahme die Stromversorgung wiederhergestellt werden musste. Zudem wurde die Wohnung versiegelt und gesichert.

Labor zur Herstellung synthetischer Drogen

Die beigezogenen Spezialisten des Kriminaltechnischen Dienstes der Zuger Polizei und des Forensischen Instituts Zürich beurteilten die vor Ort angetroffene Situation. Ihrer Einschätzung
nach handelt es sich um ein Labor, in dem synthetische Drogen, unter anderem Crystal Meth, hergestellt werden kann. «Das ist auch für uns kein alltäglicher Fund», sagt Frank Kleiner, Mediensprecher der Zuger Polizei.

Der 41-jährige Wohnungseigentümer wurde festgenommen. Der Norweger befindet sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug führt gegen ihn ein Verfahren wegen Verdachts auf Herstellung von Betäubungsmitteln.

Aufwendige Räumung

Für den Abbau der Drogenlabore wurde eine spezialisierte Firma für Chemikalien und Gefahrgüter beigezogen. Die Räumungsaktion, die akribisch vorbereitet werden musste, dauerte rund zehn Stunden und verlief ohne Zwischenfälle.

Die Bewohner des Hauses wurden von der Zuger Polizei über den Fund des Drogenlabors und das weitere Vorgehen informiert. Ihnen wurde empfohlen, die Liegenschaft während der Räumungsaktion zu verlassen.

(dk)