Fall Ibergeregg

17. Juli 2014 15:59; Akt: 17.07.2014 15:59 Print

Tödliche Kontrolle – Staatsanwalt hat Fragen

Ein Polizist erschoss im September 2012 einen moldawischen Einbrecher bei einer Fahrzeugkontrolle und wurde dafür verurteilt. Die Staatsanwaltschaft legt nun Berufung ein.

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Die Schwyzer Polizei war nach der tödlichen Schussabgabe rund um das Gebiet der Gemeinde Ibergeregg im Kanton Schwyz auf der Suche nach dem flüchtigen Beifahrer. (Bild: Keystone/urs Flueeler)

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Das Schwyzer Strafgericht hatte einen Polizisten (38) im April der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen und zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt. Der Polizist hatte 2012 auf der Ibergeregg einen unbewaffneten Einbrecher erschossen.

Jetzt ist klar: Er wird sich trotz Urteil weiter vor der Justiz verantworten müssen. Denn: Die Schwyzer Staatsanwalt hat Berufung eingelegt. Dieser tragische Fall werfe grundsätzliche Fragen auf, die sich bei der Polizeiarbeit immer wieder stellen könnten, teilte die Staatsanwaltschaft gestern mit.

Es gehe vor allem um die entscheidende Frage, ob ein Polizist in einer solch schwierigen Situation so handeln dürfe, wie der Verurteilte gehandelt habe. Es sei für Bevölkerung, Justiz und Polizei wichtig, diese Fragen zu klären. Ein härteres Strafmass fordert die Staatsanwalt nicht.

Die Verteidigung forderte im ersten Prozess einen Freispruch für den Polizisten. Es habe sich um Notwehr gehandelt, so der Verteidiger. Der Polizist war damals bei der Kontrolle eines gestohlenen VW-Busses überrascht, dass nicht nur ein Mann im Fahrzeug war. Dieser bewegte seinen rechten Arm, worauf der Polizist schoss. Er ist im Moment im Innendienst tätig. Laut Polizeisprecher David Mynall wird nach einem rechtskräftigen Urteil entschieden, wie es für den Mann weitergeht.

(sda/mme)