Touristen in Stadt Zug

26. März 2018 16:43; Akt: 26.03.2018 16:57 Print

Reisegruppen in kleinem Laden werden Politikum

Der Stadtzuger FDP ist zu Ohren gekommen, dass Reisegruppen in Zug «Unbehagen» verursachen, zum Beispiel in einem kleinen Laden bei der Altstadt. Die Regierung soll sich darum kümmern.

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Immer mehr Touristen finden den Weg in die Stadt Zug. Mehrheitlich sind dies Reisegruppen aus dem asiatischen Raum, die mit dem Car anreisen. Die Touristen bringen ihr Geld nach Zug und fördern dessen Standort. Doch trotzdem kommt jetzt auch Unmut auf.

«Touristen knipsen Fotos auf der Strasse»

Der Stadtzuger FDP ist «zu Ohren gekommen, dass das Verhalten
von gewissen Reisegruppen zu Beanstandungen und Unbehagen geführt habe», wie es in einer Interpellation an den Stadtrat heisst. «Die Touristen würden den Verkehr behindern, indem sie Fotos auf der Strasse knipsen», nennt FDP-Fraktionspräsident Stefan Moos auf Anfrage ein konkretes Beispiel. Auch sollen sie Fussgängerstreifen sehr zögerlich überqueren.

Ein weiteres Ärgernis findet offenbar in der Migros Grabenstrasse regelmässig statt. «Die Touristen würden in der Migros Nahrungsmittel anfassen, ohne diese zu kaufen, heisst es weiter», sagt Moos.

Grosse Gruppen als «Herausforderung» für kleinen Laden

Bei der Genossenschaft Migros Luzern hat man Kenntnis davon. «Ja, wir beobachten besonders bei den asiatischen Touristen andere Einkaufsgewohnheiten», sagt Antonia Reinhard von der Unternehmenskommunikation. Die grossen Touristengruppen sind für die kleine Filiale sicher eine Herausforderung, heisst es weiter. «Unsere Mitarbeitenden versuchen die Touristen entsprechend darauf hinzuweisen und ihnen zu helfen, das gewünschte Produkt zu finden, und erklären ihnen, dass die offenen Lebensmittel nur bei einem Kauf berührt werden sollen», sagt Reinhard.

Touristen gehen in verschiedenen Geschäften aufs WC

Die Reisecars halten meist beim Casino und laden dort die Touristen ein und aus. Auf diesem Parkplatz befindet sich ein WC-Wagen, dieser sei für die Reisegruppen vorgesehen, so Moos. «Einige Touristen gehen an anderen Orten und in anderen Geschäften aufs WC», sagt Stefan Moos. Dies sorgte bereits letzten Sommer für Gesprächstoff, als Touristen in Scharen das öffentliche WC der Badi Seeliken benutzten.

Stadt soll für friedliches Miteinander sorgen

In einer Interpellation fordert nun die FDP den Zuger Stadtrat dazu auf, sich mit den Reisegruppen zu befassen. «Wir geben dem Stadtrat die Gelegenheit, öffentlich zu kommunizieren, und möchten von ihm wissen, ob an den Gerüchten was dran ist», so Moos. Im Vorstoss möchte die FDP zudem wissen, was der Stadtrat «zu Gunsten eines friedlichen Nebeneinanders von Zuger
Bevölkerung und Reisegruppen unternimmt».

Zug Tourismus will vermitteln

Auch bei Zug Tourismus hat man Kenntnis von den Ärgernissen. «Ja, auch uns ist dies schon zu Ohren gekommen», sagt Geschäftsführerin Seraina Koller. «Wir haben jedoch keine Möglichkeit Leute auf der Strasse zu sensibilisieren. Was wir tun können, ist proaktiv zu vermitteln», so Koller weiter.

(sw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luzerner am 26.03.2018 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wie in Luzern

    Willkommen in der Welt der Luzerner liebe Stadtzuger....

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  • Rolli am 26.03.2018 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ach, kommt

    Als würden Schweizer die Sachen nicht auch antatschen ...

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  • Magge am 26.03.2018 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Asiatische Reisgruppen

    Betreffs berühren von Früchten und Gemüse muss ich sagen, dass leider auch viele Schweizer diese Angewohnheit haben und Obst und diverse Artikel berühren, drücken ob sie reif sind usw.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Susanna am 27.03.2018 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn zwei dasselbe tun ist es nicht ...

    Gestern in einer Luzerner-Migrosfiliale: Eine jüngere Schweizerin fasste mit blossen Händen zuerst drei Buttergipfel an, bevor sie den vierten dann in den Beutel steckte. Ich: "Wie unhygienisch!" Sie: "Wieso, das macht doch nichts, ich kann ja wohl auswählen, was ich will." Da rege ich mich über die Massen von Chinesen, die ab und zu mal einen Apfel betatschen, gleich weniger auf - den kann ich wenigstens vor dem Verzehr waschen.

  • Francois Locher am 27.03.2018 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Der Uhrenhändler ist es....

    Diese Chinesischen Touristen werden von einem lokalen Uhrenhändler nach Zug gelockt. Die Horde leider wirklich oft respektlosen Touristen sind in den Läden, insbesondere Gemüse und Früchteladen echt unanständig. Sehr oft schon erlebt. Und nein, ausser dem Uhrenhändler profitiert niemand davon. Ausgeben tun sie keinen Franken in den anderen Geschäften. Ich denke der Uhrenhändler wählt auch FDP...

    • Gotthold am 28.03.2018 12:27 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte Parteien aussen vor lassen

      Ich sehe keinen Zusammenhang zur Partei. Vom Uhrenhändler weiss ich rein garnichts, daher will ich nicht urteilen. Er müsste gut sichtbar gekennzeichnet die Toiletten für Kunden bereitstellen, es sind seine Kunden. Die Tourismusbranche wird sicher auch Massnahmen ergreifen, bevor alles eskaliert.

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  • Zu Ohren gekommen am 27.03.2018 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    JayCee

    Die bösen Touris! Die sollen nur ihr Geld schön ausgeben, aber dafür ihnen irgendwelche Infrastruktur zu bieten ist dann zu viel gefragt. Zug ist auf einem guten Weg wo man vom hören sagen regiert!

  • wo ist der richtige Knopf? am 27.03.2018 02:16 Report Diesen Beitrag melden

    Resetknopf, das ist die Lösung

    Da müssen die Verantwortlichen in der Stadt Zug und Luzern sowie Interlaken einen Resetknopf einführen. Das wirkt bestimmt nach Aufklärung der Angeprangerten Wunder.

  • Willkommen in der Schweiz am 26.03.2018 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Tourist

    «Die Touristen würden in der Migros Nahrungsmittel anfassen, ohne diese zu kaufen, heisst es weiter» Haha, wer macht das nicht?! Hab auch schon Fotos auf der Strasse gemacht, mir scheint da mehr ein Wutbürger am Werk zu sein.

    • Tsing Tao am 26.03.2018 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Willkommen in der Schweiz

      Im Land wo Milch und Honig fließt gibt es Wutbürger ?

    • Papa Bär am 26.03.2018 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Willkommen in der Schweiz

      Bei der Melone, Zwiebel, Banane etc. ist dies ganz normal, denn wer isst denn schon die Schale mit, obwohl in dieser die meisten Vitamine stecken. Eben darum. Weil man nie weiss, wer nach dem Toilettengang auch seine Hände gewaschen hat, und es sind nicht nur die Männer, welche diesen bedenklichen Stil pflegen, nein.

    • Letzi Parker am 26.03.2018 23:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Willkommen in der Schweiz

      Wenn ich in Migros/Coop jemanden sehe, der Früchte und Gemüse mit den Fingern drückt, spreche ich in so Lautstark an, dass alle Leute auf Ihn/Sie sehen. Ein geübtes Auge braucht keine Finger.

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