Frauen genötigt

02. Oktober 2019 04:50; Akt: 02.10.2019 08:30 Print

Triebtäter entschuldigt sich nach Sex-Attacke

Vor neun Jahren nötigte er Frauen zu sexuellen Handlungen: 2017 wurde der Täter (33) gefasst, weil ihn seine DNA überführte. Das Urteil: Zwei Jahre und vier Monate Gefängnis.

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Jetzt hat die Vergangenheit einen Sextäter eingeholt: Ein Mazedonier (33) wurde vom Luzerner Kriminalgericht Luzern wegen versuchten Vergewaltigung und sexueller Nötigung verurteilt. Die Freiheitsstrafe beträgt 2 Jahre und vier Monate, unter Anrechnung von 21 Tagen U-Haft. Ein halbes Jahr der Strafe muss der Mann absitzen, die Reststrafe im bedingten Vollzug.

DNA führte nach sieben Jahren zum Täter

Seine Taten begann der Mann im Oktober und Dezember 2010 in Luzern. Ermittelt werden konnte er gemäss Urteil, weil er für 2017 für eine weitere strafbare Handlung gegen die sexuelle Integrität in Obwalden eine DNA-Probe abgeben musste. Dabei stellten die Ermittler fest, dass er auch für die Taten in Luzern im Jahr 2010 verantwortlich ist.

Damals sprach der Mann eine Frau an, die gerade auf dem Nachhauseweg nach einer Party war. Plötzlich hielt er sie fest und wollte sie Richtung See ziehen. Als sie schreien wollte, hielt er ihr den Hand auf den Mund. Er wollte sie küssen und berührte sie laut Urteil unsittlich im Genitalbereich. Als die Frau ihm allerdings gesagt habe, sie habe Aids, habe er von ihr abgelassen und verlangt, ihn oral zu befriedigen. Danach habe die Frau den Mann mit der Hand befriedigen müssen, wie aus dem Urteil hervorgeht.

Offenbar war sich der Täter bewusst, dass er etwas Unrechtes tat. Jedenfalls sagte er der Frau nachher, es täte ihm leid. Er habe seit drei Monaten keinen Sex mehr gehabt. Dann rannte er davon.

Attacke in SBB-Häuschen

Das Unrechtsbewusstsein hinderte ihn aber nicht daran, schon im Dezember erneut übergriffig zu werden. Ebenfalls nach einer Party in Luzern sprach er eine Frau an. Er durfte sie zum Bahnhof Luzern begleiten. Im Bahnhof verwechselte sie offenbar einen Betriebsraum der SBB mit dem Wartesaal. Dort kam es zur Tat: «Er stürmte auf sie zu und begann sie zu belästigen und
sie an den Armen zu packen», heisst es im Urteil. Wiederum berührte er sein Opfer unsittlich im Genitalbereich unter den Kleidern. «Sie wehrte sich heftig und sagte zum Beschuldigten, dass er gerade dabei sei, sie zu vergewaltigen», steht im Urteil. Er wollte ihr den Mund zuhalten, als sie zu schreien begann, was jedoch misslungen sein. Dann rannte er davon.

Der Verurteilte wird verdächtigt, in den Jahren 2010, 2012 und 2013 weitere Sexualdelikte begangen zu haben. Diese hätte die Polizei jedoch «nicht rechtsgenüglich erhärten» können. Der Mann bestreitet weitere Vorfälle. Das vorliegende Urteil ist noch nicht rechtskräftig, es wurde Berufung angemeldet.

(20 Minuten)