Mützen für Bedürftige

22. Januar 2015 06:08; Akt: 22.01.2015 14:41 Print

Triengerin strickt für syrische Flüchtlinge

Hunderttausende Syrer sind auf der Flucht, in den Auffanglagern mangelt es an allem. Nun will eine Studentin mit warmen Mützen helfen.

Sammelt Strickwaren für Flüchtlinge: die Triengerin Corinne Gasser. (Video: Brigitte Büchel/Vincent Freigang)
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«Der Gedanke kam mir ganz spontan, als ich beim Lernen war», sagt die Triengerin Corinne Gasser (25). Die Studentin sammelt derzeit Mützen und Schals für ihr Hilfsprojekt «Strickwärme». Die Idee: Personen, die gerne häkeln oder stricken, sollen ihre handwerklichen Fähigkeiten für den guten Zweck einsetzen.

«Die Stricksachen werden gesammelt und anschliessend nach Jordanien gebracht, wo sie an Flüchtlinge verteilt werden», sagt Gasser. Willkommen sind selbstgestrickte Sachen, es werden aber auch Mützen gesammelt, die sonst nicht mehr gebraucht würden.

Wärme und Freude vermitteln

«Der Bürgerkrieg hat in den letzten vier Jahren Millionen von syrischen Familien vertrieben. Die meisten von ihnen leben inzwischen in den Nachbarländern und müssen nun in improvisierten Behausungen in Camps ausharren», sagt Gasser, die selbst sehr gerne strickt. Durch die handgefertigten bunten Strickwaren soll unter den Betroffenen Wärme und Freude vermittelt werden. Zwar sind die Flüchtlinge nicht mehr akut durch Kriegshandlungen bedroht, doch Schnee und Kälte machen den Menschen in den Lagern zu schaffen. «Viele Leute haben gelacht, als sie zum ersten Mal von der Idee hörten. Die meisten denken, dass es in den betroffenen Regionen heiss ist, und sind sich nicht bewusst, dass es viel Schnee gibt», sagt die Wirtschaftsstudentin.

«Während wir uns über den Schnee freuen würden, sind die Flüchtlinge in diesen Camps mit den Schneemassen, die vor allem in Libanon und im Norden Iraks gefallen sind, völlig überfordert», so die Studentin. Die missliche Lage werde dadurch nicht behoben, aber vor allem den Kindern sollen die Mützen und Schals Freude bereiten. Es sei ein Tropfen auf den heissen Stein, doch: «Irgendwo muss man anfangen», so Gasser.

Freunde und Kollegen stricken fleissig mit

Eine erste Ladung Strickwaren wird bereits Ende Januar mit dem Hilfswerk Syrian Refugee Crisis nach Jordanien verfrachtet. «Insgesamt sind bis jetzt schon über 130 Mützen zusammengekommen», sagt Corinne Gasser. Doch die Triengerin sammelt und strickt fleissig weiter: Bis Mitte Februar sollen nochmals zahlreiche weitere Mützen gesammelt werden.

Dazu sucht Gasser auch via Facebook helfende Hände. Für ihr Anliegen hat sie schon einige Mitstreiter gefunden: «Ich habe extra für das Projekt häkeln gelernt und versuche ebenfalls, etwas zu leisten. Es braucht private Initiativen, um der Flüchtlingskatastrophe zu begegnen», sagt etwa Rashid Abed, ein Freund von Gasser. «Ich habe schon öfters Mützen für Freunde gemacht. Als ich von Corinnes Projekt hörte, wollte ich mich auch beteiligen», so Muriel Binder, eine weitere Freundin.

(gwa)