Stadt Luzern

28. Februar 2019 18:58; Akt: 01.03.2019 14:50 Print

Färbten freche Fasnächtler Reuss grün ein?

Plötzlich strömte am Schmutzigen Donnerstag ein Teil der Reuss in Luzern in knalligem Grün. Wer dahinter steckt, ist noch unklar. Die Polizei sucht Zeugen.

Ungewohnt grün: die Reuss in Luzern am Schmutzigen Donnerstag. (Video: gwa)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Während in der Luzerner Altstadt tausende Fasnächtler den Fritschiumzug verfolgten, gab es am Rande des Geschehens ein weiteres Spektakel zu bewundern: Kurz vor 15 Uhr schillerte die Reuss plötzlich in einem kräftigen Grün. Passanten hielten auf ihrem Weg inne, bestaunten den seltsamen Anblick und machten Bilder.

Kein Fischsterben festgestellt

Wer hinter der Grünfärbung steckt ist noch unklar, wie es auf Anfrage bei der Luzerner Polizei heisst. «Die Ermittlungen sind im Gang», sagt Sprecher Urs Wigger auf Anfrage. «Wir gehen momentan davon aus, dass dass die Verfärbung durch Fluorescein im Wasser verursacht wurde.»

Die Polizei hat Proben aus dem Wasser entnommen. Diese würden nun untersucht. «Fischsterben haben wir keines festgestellt», sagt Wigger. Ob es sich um einen Streich von Fasnächtlern gehandelt haben könnte, ist unklar: «Auf Spekulationen lassen wir uns nicht ein», sagt Wigger.

Färbemittel für Experimente

Bei Fluorescein handelt sich um einen ungiftigen fluoreszierenden Farbstoff, der in der Forschung als Indikator benutzt wird. Ob jemand den Farbstoff absichtlich ins Wasser geleert hat? Möglich wäre es – immer wieder kommt es vor, dass Gewässer in der Schweiz eingefärbt werden. Auch die Reuss war 2016 schon einmal grün: Damals hatten die jungen Grünen Wasser in mehreren Brunnen in Luzern grün eingefärbt. Der Farbstoff gelangte danach auch in die Reuss.

Farbstoff auch bei politischen Aktionen beliebt

Auch in Alpthal SZ wunderten sich Passanten schon über eine grüne Färbung des Flusses Alp. Grund für die Verfärbung war ein Experiment der Universität Zürich in Alpthal SZ. Dort war bei einem Feldkurs zu viel Farbstoff ins Wasser gelangt: Mit der Farbe sollten die Studenten im Rahmen ihrer Ausbildung herausfinden, wie viel Wasser durch den Fluss Alp fliesst.

Auch die Aare floss schon giftgrün das Flussbett hinab: Im vergangenen Dezember hatten Mitglieder der jungen Grünliberalen in einer unbewilligten Aktion sieben Kilo Uranin ins Wasser gekippt

Polizei sucht Zeugen

Am Freitag gibt die Luzerner Polizei bekannt, dass eine unbekannte Täterschaft unmittelbar beim Nadelwehr, eine grössere Menge Uranin in die Reuss geschüttet hat. Die Polizei sucht Personen, welche den Vorfall beobachtet haben und Angaben zur muttmasslichen Täterschaft geben können. Diese werden gebeten, sich unter 041 248 81 17 zu melden.

(gwa)