Fallen zerstört

22. Mai 2019 14:26; Akt: 22.05.2019 14:44 Print

Wilde Büsi kriegen wegen Vandalen keine Hilfe

Die Katzenhilfe Luzern hilft wilden Büsikolonien. Immer wieder werden die Helfer aber angefeindet, Material wird zerstört und Katzen werden angegriffen.

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«Vielen Dank an den Idioten, dem wir das zu verdanken haben», hiess es kürzlich in einer Instagram-Story der Katzenhilfe Luzern: Unbekannte hatten zwei Fallen zerstört, mit denen die Organisation in Emmenbrücke wilde Büsi einfangen wollte, um sie zu kastrieren.

«Eine Falle haben wir nach halsbrecherischem Abstieg wieder gefunden, doch die ist so kaputt, dass wir sie nicht mehr einsetzen können», heisst es weiter. Ein happiger Kostenpunkt für die Organisation: 450 Franken kostet eine solche Falle.

Fallen wären nötig, um den Büsi zu helfen

Die zweite Falle könne man wieder instand stellen. Sie sei derzeit in der Reparatur, wie Esther Huwyler von der Katzenhilfe auf Anfrage sagt. «Jemand hat die Fallen absichtlich und mit Schwung das Tobel hinunter geworfen», ist sie sicher.

Bitter für die wilden Büsi, die sich im Tobel aufhalten: «Eine der Katzen dort hat ein verletztes Auge. Nun müssen wir warten, bis die Falle repariert ist, damit wir das Büsi einfangen und betreuen können.» Und das dürfte nun einige Tage dauern. «In Zukunft werden wir die Fallen anketten, damit so etwas nicht wieder passiert. Wir werden auch Anzeige erstatten», sagt Huwyler.

Büsi-Helfer teilweise bedroht

Die Katzenhilfe Luzern betreut im Kanton derzeit sechs Kolonien von wild lebenden Büsis. Die Tiere werden gefüttert – dadurch würden sie in der Regel zutraulicher – und eingefangen. Die Grösse der Büsigruppen könne stark variieren. In einer der Kolonien habe es einst gegen 30 Katzen gehabt. Inzwischen konnte die Katzenhilfe die Grösse auf fünf bis sechs Tiere reduzieren, etwa durch Platzierungen und Kastrations-Aktionen.

Immer wieder werden die Helfer aber bei ihrer Arbeit behindert: «Es kommt vor, dass wir von Passanten angefeindet oder bedroht werden», sagt Huwyler. Es sei auch nicht das erste Mal, dass Fallen beschädigt wurden. «Es gibt auch Leute, die das Katzenfutter ausleeren und die Näpfe wegwerfen.» Auch die Polizei sei schon eingeschaltet worden.

(gwa)