Bahnhof Luzern

24. September 2019 16:54; Akt: 24.09.2019 16:54 Print

Der Schläger kam aus dem Nichts

von Daniela Gigor - Ein Luzerner ist am frühen Samstagmorgen im Bahnhof von einem Unbekannten grundlos niedergeschlagen worden. Anstatt Ferien stehen nun Arzttermine auf seinem Programm.

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Der 33-jährige Luzerner* kann kaum glauben, was ihm passierte: Am letzten Samstag wollte er für eine Woche nach Irland verreisen, um sich dort vom Alltag zu erholen und zu fischen. Vorgesehen war, dass er um 5.28 Uhr mit dem Zug von Luzern an den Flughafen fahren würde.

Kurz nach fünf Uhr am Bahnhof angekommen, kaufte er sich einen Kaffee und ein Gipfeli. Mit dem Kaffee in der einen Hand und dem Koffer in der anderen ging er Richtung Anzeigetafel.

Brillengläser geborsten, Augenlid genäht

«Soweit kam ich aber nicht. Auf dem Weg dahin rief mir ein Mann mit osteuropäischem Akzent zu, ich hätte mein Portemonnaie vergessen», erzählt der Mann, der anonym bleiben will. Er habe seinen Koffer abgestellt und mit der Hand an seine Hosentasche gegriffen aber festgestellt, dass sein Geldbeutel noch da war. «Gleichzeitig habe ich mich umgedreht. In dem Moment hat mir der Mann die Faust ins Gesicht geschlagen», sagt der Luzerner weiter.

Der Angreifer habe den Brillenträger auf dem rechten Backenknochen getroffen. Die Brillengläser gingen zu Bruch und verletzten sein Auge. Vom Faustschlag getroffen, kauerte der Mann benommen und blutend in der Hocke, bevor er von vier Securitas-Mitarbeitern betreut- und zur Versorgung in die Permanance im Bahnhof gebracht wurde. Dort musste sein Augenlid genäht werden.

Mann versteht nicht, warum er Faustschlag erhielt

Danach ging der Mann nach Hause und erstattete am selben Morgen Anzeige bei der Polizei. Dies wurde von der Luzerner Polizei bestätigt. Anstatt nach Irland zu fliegen, hat der Mann nun weitere Termine beim Arzt: «Mein Jochbein und die Nase sind angebrochen und ich habe auf der rechten Seite im Mund kein Gefühl mehr.»

Der 33-Jährige kann nicht verstehen, warum er aus dem Nichts eine Faust einstecken musste: «Ich habe niemanden angepöbelt und ich habe den Mann noch nie gesehen. Meine Verletzungen hätten auch schlimmer sein können. Ich hoffe, dass ihn die Polizei erwischt.» Die Chancen dafür sind intakt: Die Polizei verfügt laut Aussagen des Opfers über Videomaterial.

* Name der Redaktion bekannt