Happy End

11. September 2014 09:54; Akt: 14.09.2014 11:01 Print

Unfall-Büsi ist Liebling der Tierklinik

von Daniela Gigor - Rund zwölf Kilometer wurde ein Büsi von einem Auto mitgeschleift und schwer verletzt. Nun ist der Kater wieder wohlauf – und lässt sich von Klinik-Mitarbeitern verwöhnen.

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Spezieller Einsatz für die Polizei: Kurz nach 23 Uhr am 8. Juli meldete sich eine Autofahrerin bei der Luzerner Polizei. Sie gab zu Protokoll, dass sie auf der A14 in Richtung Luzern unterwegs war und kurz vor der Ausfahrt Gisikon ein dumpfes Geräusch wahrnahm. Die Frau fuhr dann auf der Autobahn weiter. Zu Hause stellte sie dann fest, dass eine Katze kopfvoran im Gitter der Frontstossstange ihres Peugeots eingeklemmt war. Das Büsi muss also über rund zwölf Kilometer eine wahre Horrorfahrt erlebt haben bis in die Stadt Luzern, wo die betroffene Autofahrerin wohnt. Polizisten versuchten vor Ort zunächst vergeblich, das schwer verletzte und eingeklemmte Büsi zu befreien, wie die Luzerner Polizei am Donnerstag mitteilte.

Für die Bergung der Katze musste eine Tierärztin aufgeboten werden. Diese narkotisierte den schwer verletzten Kater, worauf er geborgen werden konnte. Die Tierärztin nahm die ungechipte Katze in ihre Obhut und das Team der Tierklinik Obergrund in Luzern päppelte den Patienten über Wochen hin liebevoll wieder auf. «Durch die Hitze des Motors verbrannte sich das Tier beide Ohren», sagt Tierarzt Martin Keiser. Darum mussten seine Öhrchen zum Teil amputiert werden. Am rechten Hinterbeinchen zog sich der Kater ausserdem einen Bruch des Wadenbeins zu und das Sprunggelenk war ausgerenkt. Doch damit nicht genug: Durch die Hitze während der Fahrt, habe sich auch noch die Kopfhaut abgelöst. «Diese hat sich in der Zwischenzeit wieder von alleine voll regeneriert», sagt Keiser weiter.

Kater heisst nun wie der Glöckner von Notre-Dame

Während sich der Kater in der Klinik erholen konnte, wurde auch versucht, den Besitzer des Tieres zu ausfindig zu machen. «Wir haben die Schweizerischen Tiermeldezentrale informiert, doch es hat sich niemand gemeldet», sagt Keiser. Weil der Vierbeiner in der Zwischenzeit allen Mitarbeitern der Klinik derart ans Herz gewachsen ist, soll er nun als Maskottchen in der Klinik bleiben. Wegen seinen vielen Verletzungen erhielt der Kater den Namen Quasimodo, wie der Glöckner von Notre-Dame in Victor Hugos Roman.

Am Donnerstag war der ungefähr dreijährige Kater wohlauf und blickte neugierig in die Kamera. Keiser beschreibt das Tier als unkompliziert und entspannt – es lasse sich gern verwöhnen. Quasimodo hat bereits angefangen durch die Gegend zu streifen. Keiser: «Wenn wir ihn rufen, kehrt er zu uns zurück und darum gehe ich davon aus, dass er sich bei uns wohl fühlt.» Trotz der aufwändigen Behandlung sei es nie ein Thema gewesen, das Tier einzuschläfern. Keiser: «Nachdem er diese Autofahrt überlebt hatte, wollten wir nicht Gott spielen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • E. H. am 11.09.2014 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Good News

    Welch schöne und positive Geschichte neben all den furchtbaren News aus aller Welt. Irgendwie sollte täglich etwas Positives veröffentlicht werden, das tut uns gut

    einklappen einklappen
  • pascale am 11.09.2014 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leben

    dieser meinung bin ich auch schön das es noch menschen mit herz gibt und dieser kater hat das weiterleben wirklich verdient. respekt an alle

  • Beli am 11.09.2014 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armes Tier

    Oooch das arme Tier. Schön,dass es ihm wieder besser geht und er ein schönes Pkätzchen gefunden hat

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tierliebhaber am 11.09.2014 23:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    :-)

    Danke ans Tierheim und alle Beteiligten! Denke wir Schweizer können stolz darauf sein, dass wir ein Herz für Tiere zeigen können, welche so etwas erleben mussten. Tolle Geschichte, tolle Katze! Miau!

  • Mitze am 11.09.2014 22:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das freut mein Herz

    Schön, dass es dem Büsi wieder gut geht. Wenigstens mal ne geschichte, die doch noch gut ausgegangen ist.

  • Jackmans am 11.09.2014 21:36 Report Diesen Beitrag melden

    Happy End

    Die Welt ist schon ein Elend genug. Da sind solche Geschichten gerade der richtige Tropfen zur Versöhnung. Tiere sind Tiere u kennen keine Zivilisation, die sie bedrohen könnten. Da ist es nur gut u recht, wenn der Mensch sich solcher Schicksale annimmt u zu einem wohlverdienten Happy End führen kann. Das klappt leider nicht immer u macht betroffen, doch da, wo es gelingt, ist die Freude umso grösser.

  • Männchen am 11.09.2014 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das arme Tier!

    Das arme Tierchen! Tut mir richtig weg sowas zu lesen. Zum Glück gehts wieder besser...

  • R. L. am 11.09.2014 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    7 Katzenleben

    Vielen Dank an die Mitarbeiter der Tierklinik Obergrund Luzern! Ich wünsche Quasimodo noch möglichst viele Katzenleben und dass er seinen neuen Dosenöffnern viel Freude bereitet.