Willisau LU

10. Dezember 2019 04:48; Akt: 10.12.2019 04:48 Print

Gericht spricht Wirt von Brandstiftung in Beiz frei

Dem ehemaligen Pächter des Untertors in Willisau wurde vorgeworfen, sein Restaurant in Brand gesteckt zu haben. Doch laut Gericht ist er unschuldig. Der Fall bleibt damit ungelöst.

2016 stand das Restaurant Untertor in Willisau in Vollbrand. Drei Personen mussten aus der Flammenhölle befreit werden.
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Dem Ex-Wirt der Willisauer Beiz Untertor kann der Brand in seinem Restaurant nicht zur Last gelegt werden: Das Kriminalgericht hat den 45-Jährigen vom Vorwurf der Brandstiftung und der mehrfachen eventualvorsätzlichen versuchten Tötung freigesprochen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und liegt erst im Dispositiv vor. Mit welcher Begründung das Kriminalgericht den aus dem Kosovo stammenden Mann von den Vorwürfen der Brandstiftung und des eventualvorsätzlichen Tötungsversuchs freisprach, ist somit noch nicht bekannt. Der Angeklagte hatte die Brandstiftung am Prozess vom 26. November bestritten.

Das Untertor in der Altstadt von Willisau war am 15. Januar 2016 kurz nach Mitternacht in Flammen aufgegangen. Mehrere Personen, die in den Wohnungen über dem Restaurant wohnten, konnten wegen der Flammen nicht fliehen und mussten von der Feuerwehr mit einem Hubretter geborgen werden. Die Ermittlungen ergaben, dass das Mobiliar im Restaurant zuvor mit Benzin übergossen und in Brand gesteckt worden waren.

Widersprüchliche Aussagen

Für die Staatsanwältin war der Wirt der Brandstifter: Sie versuchte dies mit den Handy-Daten zu belegen, die die Anwesenheit des Beschuldigten in der Nähe des Tatorts belegen würden. Motiv für die Brandstiftung seien die finanziellen Probleme des Wirtes gewesen. Um diese loszuwerden, habe er rücksichtslos das Leben anderer in Gefahr gebracht und das Restaurant angezündet.

Tatsächlich hatte der Beschuldigte widersprüchliche Angaben zu seinem Aufenthaltsort in der Brandnacht gemacht. Sein Verteidiger bestritt aber vor Gericht die Aussagekraft der Mobilfunkdaten. Die Anwesenheit des Beschuldigten in Willisau oder am Brandort sei damit nicht bewiesen. Auch die finanziellen Probleme als Tatmotiv liess der Verteidiger nicht gelten, weil der Beschuldigte mit einer Brandstiftung die «von ihm erarbeitete gute Ausgangslag»e zerstört hätte.

War es ein anderer Täter?

Der Verteidiger brachte einen unbekannten Dritttäter ins Spiel. Es sei unverständlich, wieso die Staatsanwaltschaft einen solchen ausgeschlossen habe, erklärte er. Immerhin sei die Restauranttür aufgebrochen worden und ein Zeuge habe einen flüchtenden Mann beobachtet.

(jab)