Foodwaste

17. Juli 2019 05:08; Akt: 17.07.2019 05:08 Print

Neue Schublade hält Lebensmittel länger frisch

Das Luzerner Start-up Novaris entwickelte eine Schublade, die ihren Inhalt vakuumiert. Obst und Gemüse halten so bis zu dreimal länger.

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Rund zwei Millionen Tonnen Lebensmittel landen in der Schweiz jedes Jahr im Abfall. Das entspricht rund 140'000 Lastwagenladungen. Die Hälfte davon entfällt auf private Haushalte, 60 Prozent davon sind Obst, Gemüse und Backwaren. Nun hat das Luzerner Start-up Novaris von Daniel Bertschi dem Foodwaste den Kampf angesagt. Seit drei Jahren wird am Konzept getüftelt. Ende Jahr soll das Produkt marktreif sein. Im Frühling 2020 soll die sogenannte Sonea-Schublade auf den Markt kommen, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet. Produziert wird die Vakuum-Schublade am Standort Hochdorf.

Schluss mit Dosen und Plastiksäcken?

Ziel sei, dass der Einkauf von frischen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Backwaren nur einmal in der Woche nötig ist, sagt
Daniel Bertschi, der Erfinder der Schublade. Bei der Herstellung werde darauf geachtet, so wenig Plastik wie möglich zu verwenden. Mit der Schublade würden Plastiksäcke und Frischhaltedosen überflüssig.

Das Prinzip funktioniert so: Beim Schliessen der Schublade senkt sich ein eingebauter Deckel über die Chromstahlbehälter im Innern. Dann beginnt eine Pumpe mit dem Absaugen der Luft. Die Behälter liessen sich individuell anordnen und seien einfach zu reinigen.

«Lebensmittel behalten so ihren urtümlichen Geschmack, denn viele frische Waren vertragen die Lagerung im Kühlschrank schlecht», sagt Bertschi auf Anfrage. Für die Schublade ist ein gängiger Stromanschluss nötig. Der Stromverbrauch der Pumpe liege etwa bei 6 Watt. Zum Vergleich: Ein Kühlschrank benötige je nach Grösse zwischen 80 und 180 Watt. Zudem stelle sich die Pumpe nach dem Absaugen ab. Das reiche dann für mehrere Tage. Ein Kühlschrank befindet sich jedoch in permanentem Temperaturausgleich.

Hersteller von Küchen ins Boot holen

Die Schwierigkeit bestand darin, dass Lebensmittel zur optimalen Lagerung unterschiedliche Luftfeuchtigkeit benötigen. Bertschi: «Auch dafür haben wir eine Lösung gefunden», so lasse sich die Regelung der Feuchtigkeit manuell einstellen. Die Installation soll im Preis von 1500 Franken inbegriffen sein.

Bei der Entwicklung der Schublade sind verschiedene Partner beteiligt – unter anderen die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (zhaw). Dort wird zu Vitamingehalt und optimalen klimatischen Bedingungen geforscht. Jetzt ist Novaris mit Herstellern von Küchen im Gespräch. Zum einen gelte es, bestehende private Haushalte umzurüsten aber auch neue Küchen von Beginn weg mit der Schublade auszurüsten. Vor Verkaufsstart wird es ein Kunden-Beta-Test geben, Interessierte können sich direkt beim Hersteller melden.

(nob)