Vegas-Club Kriens

16. Februar 2018 05:45; Akt: 16.02.2018 05:45 Print

Club reagiert mit tiefen Preisen aufs «Vorglühen»

von Daniela Gigor - Das «Vorglühen» mit günstigem Alkohol draussen vor den Clubs sorgt für Lärm und Umsatzeinbussen. Jetzt reagiert der Vegas Club, indem er die Getränkepreise massiv senkt.

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Partygänger trinken sich gerne auf den Strassen und in öffentlichen Anlagen warm, weil ihnen die Getränke in den Restaurants und Clubs zu teuer sind. Philipp Waldis, Betreiber des Vegas Club in Kriens: «Beim ‹Vorglühen› kommt es nicht nur zu unnötigen Emissionen, die für einen schlechten Ruf des Nachtlebens sorgen, sondern auch zu Umsatzeinbussen der Nachtlokale.»

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Der Grund: Ein Longdrink koste in einem Club schnell einmal 16 Franken oder mehr – dies sei für einen Grossteil der Gäste zu viel. Waldis: «Das Vorglühen ist eine Art Rebellion gegen zu teure Getränkepreise, welche nicht mehr mit der gesellschaftlichen Entwicklung und Zahlungsbereitschaft Schritt halten.»

Jetzt versucht der Vegas Club, die konsumierenden Partygänger weg von der Strasse nach drinnen an den Tresen zu locken – um das Littering einzudämmen und den Umsatz zu erhöhen, wie in einer Mitteilung zu lesen ist. Das Mittel dazu ist eine massive Senkung der Getränkepreise. Softgetränke gibts ab kommenden Samstag schon ab 4.50 anstatt wie bisher ab 6 Franken, Bier ab 5 statt ab 6 Franken und einen Longdrink ab 9.50 anstatt ab 14 Fr. Während der Happy-Hour kostet ein Bier gar nur 2.50 anstatt 5 und ein Prosecco 3 statt 6 Franken. Während der Happy-Hour ist auch der Eintritt frei, wenn man sich zuvor online auf der Liste des Clubs registriert.

«Es klingt nach einer verzweifelten Aktion»

Der Zürcher Alex Flach ist Kolumnist beim «Tages-Anzeiger» und Nachtleben-Experte. Er bestätigt, dass für junge Partygänger der Ausgang oft unerschwinglich sei, vor allem in den grossen Städten. Zur Preissenkung im Vegas sagt Flach: «Das klingt eher nach einer verzweifelten Aktion. Das Ziel ist wohl, die Leute mit günstigem Alkohol in den Club zu locken.» Dies sei verheerend, falls im Club keine Prävention betrieben werde, welche Partygänger zu massvollem Umgang mit Alkohol ermahne.

Waldis widerspricht: «Wir schreiben keine roten Zahlen. Wir haben sogar kürzlich den Mietvertrag auf zehn Jahre verlängert.» Es gehe darum, etwas anzubieten, das dem Zeitgeist entspreche und auf Akzeptanz stosse. «Im kontrollierten Rahmen wird weniger konsumiert als draussen», so Waldis. Ausserdem würden Gäste, die zu viel Alkohol intus haben, nichts mehr erhalten. «Für eine sichere An- und Rückfahrt unserer Gäste haben wir einen eigens gemieteten Shuttlebus, der sie vom Bahnhof in Luzern zum Club und zurückfährt.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • RuediMcSackschweiss am 16.02.2018 06:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu teuer

    Gut so, sollten die sich hier in Thun auch vornehmen. 8 Franken für ein Bier... 17 Franken für ein Whisky-Cola... da bleib ich lieber zuhause oder gehe eben Vorglühen.

  • Böse Zunge am 16.02.2018 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teuer...

    Kein Wunder. Wir gehen auch immer seltener in den Ausgang, da der Alkohol im Club schlicht zu teuer ist. Im Coop/Denner ist er deutlich günstiger. Und wenn, dann wird von Zuhause etwas mitgebracht oder im Bahnhofshop gekauft. Das haben sich die Clubs selbst zuzuschreiben.

  • JonasHaus am 16.02.2018 06:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorglühwürmchen

    Ich werde beim Vorglühen bleiben. Es ist einfach gemütlicher sich zuhause mit Freunden in Partystimmung zu bringen und erst dann in den Club zu gehen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • hubsy2005 am 16.02.2018 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gute alte Zeit

    Die Probleme mit dem Vorglühen kannte man früher in den Dancings und Discotheken nicht. Der Eintritt in den Discos unterhalb der Woche war meistens gratis, am Wochenende ein paar Franken oder in Verbindung mit Getränkebons zu humanen Preisen. In den Dancings, wo Bands spielten wie Hazylands BS, ZH, LU oder Mascotte ZH waren die Eintrittspreise etwas höher. Auch die Preise für alkoholische + nichtalkoholische Getränke waren trotz höheren Einkaufspreisen damals generell um einiges tiefer.

  • Rolf am 16.02.2018 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeit im Club ausnutzen

    Der Sinn des Vorglühens (Bödele) ist nicht primär finanzieller Natur. Es geht darum, dass man bereits besoffen ist, wenn man in den Club eintritt, damit man von Beginn weg hemmungslos hühnern kann

  • Buebi Stansstad am 16.02.2018 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so schauts aus!

    eigentlich bedenklich, wenn man ohne vorglühen nicht mehr in den club gehen kann! sind da alles verklemmte knörze am werk, welche erst durch den konsum von alkohol locker und beachtenswert werden?

  • Realizer am 16.02.2018 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Alex who?

    Die Zürcher Marketingmaschine Alex Flach geht mir ein bisschen auf den Zeiger. Erstens vertritt er klar die züri-hipster technoschuppen die mit so einer "Disco" nicht zu vergleichen sind und zweitens find ich die Idee mal einen anderen Ansatz. In züri kann man ja so oder so jeden zweiten Gast abweisen und die Bude ist voll. in anderen Städten muss man sich halt noch mühe geben...

  • Öppe Voll am 16.02.2018 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    Ich finde das eine gute Idee. Heute kommt man sehr günstig und rund um die Uhr zu Alkohol in den Tankstellen und Bahnhofshops. Das gabs früher nicht, darum mussten wir die teuren Getränkepreise akzeptieren. Wenn jetzt die Getränkepreise gesenkt werden im Club, ist das ein guter Anreiz früher hinzugehen und weniger draussen zu konsumieren.