Verkehrsrowdy

20. März 2020 06:48; Akt: 20.03.2020 06:48 Print

Blaufahrer flüchtet vor Polizei, um mehr zu trinken

Das Luzerner Kriminalgericht hat einen 35-Jährigen schuldig gesprochen. Der Mann machte so ziemlich alles, was im Verkehr verboten ist.

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In mehr als 20 Punkten hat das Luzerner Kriminalgericht einen Mann schuldig gesprochen. Der Schweizer verstiess wiederholt und teilweise grob gegen Verkehrsregeln, war auch als Velodieb unterwegs und muss nun viereinhalb Jahre ins Gefängnis.

Der 35-jährige Schweizer machte so ziemlich alles, was im Strassenverkehr verboten ist, wie im Urteil zu lesen ist, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Delikte beging der Beschuldigte in den Jahren 2017 bis 2019 in der ganzen Schweiz. In erster Linie war der Mann aber in der ganzen Zentralschweiz und im Kanton Luzern aktiv.

Polizist musste sich mit Sprung zur Seite retten

Exemplarisch ist ein Fall vom September 2017: An jenem Dienstag konsumierte er Medikamente, Kokain und mindestens zwei Liter Bier. Mit diesem Cocktail intus fuhr er mit seiner damaligen Freundin nach Küssnacht SZ. Als er von der Polizei mit Handzeichen zum Stoppen aufgefordert wurde, weil ihn die Polizisten kontrollieren wollten, drückte er aufs Gas. Mit einem Sprung zur Seite konnte sich ein Polizist in Sicherheit bringen. Der Beschuldigte brauste mit überhöhter Geschwindigkeit davon, parkierte den Wagen und ging in eine Bar, um noch mehr Alkohol zu konsumieren.

Gar mit 220 Stundenkilometern fuhr er bei einer anderen Gelegenheit auf der Autobahn bei Sarnen OW einer Polizeipatrouille davon, die ihn kontrollieren wollte. Um der Polizei zu entkommen überholte er sogar rechts auf dem Pannenstreifen und touchierte eine Leitplanke. Neben der teilweise mehrfachen qualifizierten groben Verletzungen von Verkehrsregeln machte er sich auch des Missbrauchs von Autonummern schuldig, dem Diebstahl und der Veruntreuung von Autos sowie der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit.

E-Bikes nach Serbien verkauft

Laut der Anklage hat der Mann zudem auch mehrfach das Auto betankt, ohne das Benzin zu bezahlen. Er hat auch unverschlossene Autos durchsucht und Sachen daraus gestohlen. In der Stadt Luzern klaute er rund einhundert hochwertige Velos, darunter E-Bikes, und verkaufte sie an einen Serben, der ihm rund 100 Franken pro Stück bezahlte. Danach exportierte er diese Velos nach Serbien und verkaufte dort die Zweiräder. Der Deliktsbetrag beträgt 200'000 Franken.

Das Urteil kam im abgekürzten Verfahren zustande und ist rechtskräftig. Eine bedingte Freiheitsstrafe von zehn Monaten aus dem Jahre 2012 wird widerrufen. Der Beschuldigte muss dem Kriminalgericht knapp 24'000 Franken Verfahrenskosten und eine Busse von 2000 Franken bezahlen.

(dag/sda)