Tier gerettet

17. Juni 2019 18:47; Akt: 17.06.2019 19:28 Print

Verletzter Lucky lag in Jutesack auf der Strasse

von Daniela Gigor - In einem zugeknöpften Jutesack ist zwischen Pfaffnau und St. Urban LU ein junges Büsi von einem vorbeifahrendem Paar zufällig gerettet worden.

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Am letzten Freitag war das Ehepaar Nicole und Martin Baumgartner abends zwischen 20 und 21 Uhr in seinem Auto unterwegs nach Hause. Zwischen Pfaffnau und St. Urban sah die Frau plötzlich einen Jutesack auf der Strasse liegen, auf der mit 80 Stundenkilometern gefahren werden darf. Zu diesem Zeitpunkt ging die Frau davon aus, dass jemand diesen Sack verloren haben musste.

Kaum weitergefahren, liess ihr das Bild keine Ruhe, denn sie glaubte im Nachhinein, dass sich im Innern des Sacks etwas bewegt habe, wie sie auf Anfrage sagte. Nachdem sie diese Beobachtung ihrem Mann mitgeteilt hatte, beschlossen sie, den Wagen zu wenden, um den Jutesack auf seinen Inhalt zu prüfen.

Inhalt des Sacks machte einen Gump auf die Strasse

Am Ziel angekommen, stieg Martin Baumgartner aus und ging auf den Sack zu: «Zu meinem Erstaunen machte der Inhalt des Jutesacks plötzlich einen Gump auf die Fahrbahn zu.» Baumgartner ging dem Sack, der sich noch weiterbewegte, hinterher. Da er nicht wusste, was sich im Sack befand, rief er die Luzerner Polizei an, die eine Patrouille vor Ort schickte.

In der Zwischenzeit machte sich seine Frau auf den Heimweg, um zur Sicherheit eine Transportbox für Tiere zu holen. In dieser Zeit erfuhr Baumgartner durch ein Miauen, dass sich eine Katze im gut verschlossenen Beutel befand. Als seine Frau mit der Transportbox vor Ort erschien, legte er den Jutesack in die Box und das Büsi wurde befreit. «Allerdings hatte sich die Katze mit einem Bein verheddert, sodass einer der Polizisten den Sack durchschneiden musste», sagt der 32-Jährige.

Lucky kann bei Tierrettern bleiben

Sofort sahen die Tierfreunde, dass das linke Auge des roten Tigerlis verletzt war. Baumgartner: «Wir gingen mit der Katze zu einem Tierarzt und hoffen nun, dass er das Auge retten kann.» Klar sei auch, dass der ungefähr halbjährige Kater einen Schlag auf den Kopf bekommen hat. «Wir wissen aber nicht, ob das Tier geschlagen wurde oder ob es sich die Verletzung beim Entsorgen des Sacks zugezogen hat», sagt Baumgartner weiter.

Dem Kater gehe es den Umständen entsprechend gut. Baumgartner: «Er reagiert noch etwas verstört und ist misstrauisch, wenn wir uns schnell bewegen. Am Kopf kann er momentan noch gar nicht berührt werden.» Weil das Paar nicht weiss, wem das Tier gehört und ob es überhaupt noch jemand zurückwill, haben sie ihn bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale ausgeschrieben.

Wenn sich niemand melden sollte, soll der Kater sein Leben bei seinen Rettern verbringen können. Sie haben ihm bereits einen Namen gegeben: Lucky.