OP und Strafanzeige

04. Juli 2019 04:48; Akt: 04.07.2019 04:48 Print

Mann glaubt, Fasnächtler würden Polizei spielen

Weil ein Mann davon ausging, Polizisten seien bloss verkleidet, geriet er in Schwierigkeiten. Dies hat nun Folgen für alle Beteiligten.

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Die Stadt Luzern sperrt seit 2017 jeweils während der Fasnacht zu gewissen Zeiten den Rathaussteg. So soll Stau verhindert und einer Massenpanik vorgebeugt werden – aber genau das glaubte ein 68-jähriger Fasnächtler nicht. Er dachte, bei den Polizisten handle es sich um verkleidete Fasnächter, die hier nur ein Sujet hätten, wie Zentralplus.ch berichtete. Früher sei von ihm dort an der Fasnacht einmal «Wegzoll» verlangt worden, aber damals seien es echte Fasnächtler gewesen, also falsche Polizisten. Der Mann habe deshalb geglaubt, es sei wieder so.

Falscher Wegzoll an der Fasnacht

Wie der Mann dem Newsportal schildert, wollte er in der Nacht vom 3. März die Brücke zur Altstadt überqueren. Dabei versperrten ihm Uniformierte den Weg, er glaubte an einen Scherz. Auch hätten sich die uniformierten Polizisten geweigert, ihm einen Ausweis zu zeigen. Dies hätte ihn im Glauben bestärkt, es mit Spassvögeln zu tun zu haben, so der Mann gegenüber dem Portal. Als diese ihm gesagt hätten, er solle sich ausweisen, weigerte er sich.

Ein Strafbefehl und Verfahren gegen Beamte

Zwei weitere Polizisten erschienen am Ort des Geschehens, der Mann wurde überwältigt, so erzählt er weiter. «Völlig ausgerastet», seien diese. Er sei zu Boden gedrückt und am Ellbogen verletzt worden, später sei eine OP nötig geworden. Die Schmerzen spüre der 68-Jährige bis heute. Obendrein hat der Mann nun einen Strafbefehl über 2500 Franken erhalten. Grund: Hinderung einer Amtshandlung, worauf er Einsprache erhob, der Fall ist hängig. Er wiederum hätte eine Polizistin und drei Polizisten wegen einfacher Körperverletzung angezeigt.

Probleme wegen Uniform an Fasnacht

Urs Wigger von der Medienstelle der Luzerner Polizei sagte auf Anfrage, es sei selten der Fall, dass Fasnächtler glauben, echte Polizisten an den rüüdigen Tagen seien nur verkleidet. Meistens habe dies eher mit dem entsprechenden Alkoholpegel zu tun. In einem solchen Fall würden sich uniformierte wie auch zivile Beamte mit dem Polizeiausweis ausweisen. Dass im vorliegenden Fall der Mann behaupte, dies sei nicht geschehen, sei Gegenstand eines laufenden Verfahrens. Zu diesem nehme die Polizei keine Stellung.

(nob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ODee am 04.07.2019 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Völlig übertrieben

    Deswegen einen Strafbefehl ausstellen und dann noch CHF 2500 fordern ist total übertrieben und daneben.

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  • Markus Meier am 04.07.2019 05:49 Report Diesen Beitrag melden

    Deeskalation

    Die Polizei sitzt eh am längeren Hebel. Dennoch wäre manchmal mehr Fingerspitzengefühl durchwegs angebracht um eine Situation nicht vollständig aus dem Ruder laufen zu lassen. Ein nettes "grüezi, ich bin XY, dürften wir bitte Ihren Ausweis sehen" statt ein barsches "Ausweis" kann schon viel anders wirken. Dazu wird auch gleich der eigene Ausweis gezeigt. Schade dass nun in der Situation die Gerichte bemüht werden.

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  • Jop am 04.07.2019 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach..

    Es ist einfach Zeit für Bodycams! Dann dauert eine solche Untersuchung nur ein paar Stunden und gut ist!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom am 04.07.2019 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irrtum

    Schenkt man der Version des Mannes glauben, dann liegt aus seiner Sicht ein Sachverhaltsirrtum nach Art. 13 Abs. 1 StGB vor. Er ist somit so zu beurteilen, wie er sich den Sachverhalt vorgestellt hat. In diesem Fall wäre er wohl straffrei.

  • Schmiddy am 04.07.2019 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    RE: Bin gespannt

    Lieber Peter B. Ich kenne den Mann höchstpersönlich und die Geschichte die dazu führte, dass er aus seinem Wagen herausgezerrt und brutal zu Boden geworfen wurde (die Körperverletzungen werden ihn noch sehr lange begleiten). Das war purer Amtsmissbrauch! Das Opfer ist weder stark, noch von grosser Statur oder sonst wie vorlaut! Auch war er nicht angetrunken. Diese Polizisten waren zu stolz sich auszuweisen und darauf aus, den Mann "fertig zu machen" als sie von ihm aufgefordert wurden sich auszuweisen. Es war Fasnacht und seine Frage legitim. Tja, ohne Zeugen bist du der Polizei ausgeliefert!

    • Einhornjäger am 04.07.2019 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Schmiddy

      Aus welchem Wagen? Das ist eine Fussgänger Brücke.

    • Peter am 04.07.2019 13:37 Report Diesen Beitrag melden

      Aufklärung?

      Ja, das ist leider meistens so und dazu kommt ja noch, dass Fälle von Amtsmissbrauch oder Polizeigewalt von der Polizei selber intern untersucht werden. Ein Witz, keine Kollege schwärzt doch einen anderen an. Deshalb enden diese Verfahren fast ausnahmslos zu Gunsten der Polizei. In Ländern, wo diese Anzeigen von unabhängigen Stellen untersucht werden sieht das Ergebnis ganz anders aus.

    • Schmitty am 04.07.2019 15:00 Report Diesen Beitrag melden

      Ohne Zeugen?!

      Ohne Zeugen aber du weisst bescheid, alles klar

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  • Paul am 04.07.2019 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    man hat das Recht

    einen Ausweis zu verlangen, dann sieht man schnell ob der Polizist echt ist

  • Bürger am 04.07.2019 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Möglichkeit zur Verifizierung nötig

    Es sollte ein App geben wo die Echtheit von Polizeiausweisen überprüft werden kann. Zum Beispiel in dem man den Nachnamen und die Ausweis Nummer des Polizisten eingeben muss und dann auch ein Photo angezeigt bekommt. Uns haben einmal zivile "Polizisten" kontrolliert und die haben uns einen Polizeiausweis gezeigt. Als normaler Bürger hat man keine Möglichkeit zu prüfen ob der echt ist oder selbst gedruckt. Der Fall kam mir damals suspekt vor aber man will ja keine Busse oder Festnahme riskieren also haben wir mitgemacht. Ich nachhinein bin ich mir aber ziemlich sicher das alles gefaked war.

    • Einhornjäger am 04.07.2019 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bürger

      In diesem Fall ging es aber nur darum das die Polizei verhindert hat das Leute über den Rathaussteg laufen, es wurden keine Personen kontrolliert, keine Taschen durchsucht und keine Bussen verteilt, sondern nur den "Verkehr" geregelt. Wenn dir die Polizei auf der Strasse zeichen gibt wann du fahren darfst, steigst du dann auch aus dem Auto und verlangst einen Ausweis den sonst würdest du die Anweisungen nicht befolgen?

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  • joggrli am 04.07.2019 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    wauw.. wie stark zu viert gegen einen ..

    ja...da sind sie meisten stark. Wenn es aber gegen Hools geht kneifen diese in der Regel. Es könnte ja dann wirklich eins auf Polizistendach geben.