Hitze und Dürre

30. Juli 2018 19:01; Akt: 30.07.2018 19:03 Print

Die Region ächzt immer mehr unter Wassermangel

In vielen Gemeinden der Zentralschweiz muss nun Wasser gespart werden. Vor allem die Bauern leiden unter zunehmendem Wassermangel.

storybild

Vor allem dort, wo keine Seen oder Flüsse vorhanden sind, wird das Wasser in der Zentralschweiz knapp und die Erde trockener. (Symbolbild Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Während die Stadt Luzern wegen ihrer Lage am Vierwaldstättersee noch glimpflich davon kommt, gibt es Gebiete im Kanton, wo das Wasser langsam aber sicher knapp wird. Um zur Bewässerung auf Seen oder Flüsse zurückzugreifen ist eine Bewilligung nötig. Wegen der tiefen Wasserstände ist dies nur noch an wenigen Orten möglich, wie bei Umwelt und Energie zu lesen ist.

Wasserversorgung ist Sache der Gemeinden

Die Wasserversorgung liegt im Kanton Luzern und Schwyz bei den einzelnen Gemeinden. Diese würden die Quellen am besten kennen, sagt Andreas Luig, Informationsbeauftragter des Kantons Schwyz: «Es ist eine über Jahrhunderte bewährte Traditionsform.» Es werde auch in näherer Zukunft keine übergeordnete Organisation geben, die in Notsituationen die Wasserversorgung regeln würde.

Besonders in den Gemeinden um den Sempachersee kann es in der heissen Jahreszeit zu Wasserknappheit kommen. Darum haben sich acht Gemeinden und elf Wasserversorgungen zur Aquaregio Wasser Sursee-Mittelland zusammengeschlossen. Die Fehlmenge von rund 25 Prozent des Spitzenbedarfs könnte der Verbund künftig aus Emmen beziehen. Laut der Webseite ist das Ziel, die Wasserversorgung für Generationen sicherzustellen.

Autos nicht waschen und Rasen nicht täglich giessen

Wenn das Wasser knapp wird, muss die Gemeinde reagieren. Die Gemeinde Lauerz liegt zwar an einem See, trotzdem herrscht Wasserknappheit. Die Gemeinde bezieht derzeit ihr Wasser aus den Nachbarsgemeinden Ingenbohl-Brunnen und Arth. Nun reagiert die Gemeinde.

«Das Kinderbecken in der Badi und auch alle Brunnen haben kein Wasser mehr», sagt Stefan Brauchli, Gemeindeschreiber von Lauerz. Zusätzlich habe die örtliche Wasserversorgungs-Genossenschaft Flyer an die Bevölkerung verteilt. «Man rät, das Auto nicht zu waschen und den Rasen nicht täglich zu wässern», sagt Brauchli. Für die einzelnen Haushalte gebe es zwar noch keine fühlbaren Einschränkungen. Doch für die Bauern fehle das Wasser für die Felder.«Die Situation wird jetzt kritisch, da es auch die ganze nächste Woche nicht regnen soll», sagt er.

Die Bauern helfen einander

Auch die Bauern im ganzen Kanton Schwyz leiden an der Wasserknappheit. Vor allem auf den Alpen sei es sehr trocken. «Das Gras wächst nicht mehr», sagt Albin Fuchs, Präsident der Bauernvereinigung des Kanton Schwyz. «Die Bauern helfen einander gegenseitig. Wenn einer eine gute Quelle hat, dann zapfen die anderen diese an.» Das Wasser werde dann zum eigenen Hof transportiert.

Doch es gebe auch Höfe, zu denen das Wasser nicht transportiert werden könne. Diesen bleibe nichts anderes übrig, als die Tiere wieder ins Flachland zu bringen. Wegen der Trockenheit fehle zudem der Ertrag der Futterproduktion. Die Bauern müssten ihre Reserven anzapfen, die für den Winter gedacht waren. «Das hat Auswirkungen auf das nächste Jahr. Wenn das Futter im Frühling knapp wird, müssen einige Tiere geschlachtet werden», sagt Fuchs.

(tst)