Eschen bedroht

12. Dezember 2019 15:47; Akt: 12.12.2019 15:47 Print

«Pilzbefall trifft Bäume mit voller Wucht»

Das Eschentriebsterben schlägt auch in Zug voll zu. Wegen starkem Befall müssen im Kanton jährlich 4000 Kubikmeter Eschenholz gefällt werden.

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Seit 2009 sind die Eschenbestände im Kanton Zug von einer ostasiatischen Pilzkrankheit befallen. Ein Jahr zuvor trat die Krankheit erstmals in der Schweiz auf. Das Eschentriebsterben, auch Eschenwelke genannt, wird durch den aggressiven Pilz namens Falsches Weisses Stengelbecherchen ausgelöst. Verbreitet werde der Erreger durch den Wind.

Zur Zeit ist der Kanton Zug stark davon betroffen, wie das Amt für Wald und Wild des Kantons mitteilte. Die kranken Bäume stellten in der Nähe von Gebäuden und Strassen ein hohes Sicherheitsrisiko dar, weshalb sie gefällt werden müssten. Jährlich müssen im Kanton Zug wegen des Eschentriebsterbens rund 4000 Kubikmeter Eschenbestände geholzt werden. Dies entspricht etwa 200 Lastwagenladungen.

Schlecht für Umwelt und Wirtschaft

Die Pilzsporen befallen zunächst die Eschenblätter und wandern über die Äste und Triebe bis zum Stamm. Weil die Triebe oberhalb der Befallsstelle nicht mehr genügend Nährstoffe und Wasser bekommen, beginnt der Baum abzusterben.

Durch den Pilz verfärbtes Holz kann auf dem Markt nicht mehr verkauft werden. Das restliche Holz werde zum marktüblichen Preis angeboten. Aber: Weil die Eschen früher gefällt werden müssen, haben sie einen kleineren Durchmesser und bringen somit weniger Ertrag.

Kleiner Hoffnungsschimmer

Wie das Amt für Wald und Wild berichtete, sind noch keine wirksamen Massnahmen gegen den Pilzerreger oder dessen Ausbreitung bekannt. Einen Hoffnungsschimmer gebe es trotzdem: «Etwa fünf Prozent der Eschen scheinen gegenüber dem Pilz resistent zu sein.» Diese Bäume oder solche mit nur leichtem Pilzbefall werden bewusst stehengelassen. Mit der Hoffnung, dass sie ihre Resistenz an Nachkommen vererben und so langfristig dem Eschentriebsterben entgegenwirken.

(jab)