Evakuierung Weggis

22. Juli 2014 06:03; Akt: 22.07.2014 18:43 Print

Wer nimmt die 3-beinige Katze von Weggis auf?

von Roland Schäfli - Die Evakuierung des Berggebiets steht kurz bevor. Doch was soll mit der verwilderten 3-beinigen Katze von Weggis geschehen? Der Tierschutz will Fallen aufstellen.

Diese Katze ist vom Pech verfolgt: Ein Bein zu wenig, und bald auch noch ohne Unterkunft. (Video: Roland Schäfli/Ruben Assenberg)
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Als 20 Minuten über die Bewohner berichtete, die ihre Häuser mit bester Seesicht noch diesen Monat verlassen müssen, war auch die Rede von einer Katze – und dass man sie allenfalls einschläfern müsse, weil sie herrenlos und handicapiert ist. Spontan meldeten sich mehrere 20 Minuten-Leserinnen und -Leser, die das Tier bei sich aufnehmen wollten. 20 Minuten sucht in Zusammenarbeit mit dem Tierschutz Luzern ein neues Plätzchen für das Kätzchen.

Katze zusammen mit den Einwohnern evakuieren?

Das schwarzgraue Tigerli ist vom Pech verfolgt: Es hat bei einem Unfall ein Bein verloren und soll nun auch noch seine Heimat verlieren. Denn es streunt ausgerechnet durchs Gebiet, wo der Bergsturz droht. Die betroffenen Bewohner stehen kurz davor, ihre Häuser für immer zu verlassen. Ab August werden die Gebäude abgerissen, dann wird der bedrohliche Fels abgetragen. Doch niemand hat der Katze davon erzählt. Denn sie kommt schnurstracks jeden Morgen zum Fressnapf, den ihr einer der Einwohner hinstellt.

Die 3-beinige Katze ist herren- und namenlos, einmal abgesehen von «Miezi», dem Rufnamen, den Oskar Wieser ihr gegeben hat. Der 86-jährige Witwer bringt es nicht übers Herz, die Katze hungrig abzuweisen. «Solange sie im Gebiet Futter findet, kommt sie natürlich wieder», weiss Markus Brechbühl vom Tierschutz Luzern. Bisher versuchte er erfolglos, die Katze vom bedrohten Gebiet wegzulocken. Darum bleibt nur noch die Option, das Tigerli rechtzeitig in die Katzenfalle zu locken. Anschliessend soll sie eine neue Heimat finden, die sich mindestens 30 Kilometer von Weggis entfernt befinden muss.

Wer will die namenlose Mieze?

Das Schicksal der Mieze berührt die Schweiz. Doch das neue Plätzchen fürs wilde Kätzchen muss gewisse Kriterien erfüllen. Der Tierschutz Luzern wird die Anmeldungen, die bei 20 Minuten eingehen, prüfen und den künftigen Halter bestimmen. Der neue Besitzer von «Miezi» wird Geduld brauchen, denn eine verwilderte Katze ist erfahrungsgemäss scheu, nicht einfach zu halten und braucht viel Liebe.