Bildmaschine Reduit

08. Mai 2018 09:58; Akt: 08.05.2018 09:58 Print

Künstler bringt 1,5-Tonnen-Werk auf Gotthard

Die Bildmaschine von Tullio Zanovello wird am 30. Juni im Sasso San Gottardo aufgestellt. Aber zuerst muss er das 1,5 Tonnen schwere und 5 Meter hohe Kunstwerk dorthin transportieren.

«Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden», sagt Tullio Zanovello über seine Bildmaschine.
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Wenn man das Atelier von Künstler Tullio Zanovello in Schlieren betritt, sticht die Bildmaschine gleich ins Auge. Am 1,5 Tonnen schweren sowie 5 Meter hohen und 7 Meter breiten Kunstwerk hat er drei Jahre gearbeitet. Sogar bei Minustemperaturen sass Zanovello in seiner Winterjacke im Atelier und malte an den Steintafeln.

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«Es war eine schöne, aber auch anstrengende Zeit und hat meine Geduld ziemlich auf die Probe gestellt.» Ihm sei nicht bewusst gewesen, was auf ihn zukommt: «Ich dachte mir, die Bildmaschine wird einfach gross, und ich habe nicht kapiert, dass es ein Monster wird.» Und je grösser sie wurde, desto mehr Probleme kamen hinzu.

«Bin froh, wenn alles heil ankommt»

Nun ist er aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis, das ab dem 30. Juni in der ehemaligen Alpenfestung Sasso San Gottardo bestaunt werden kann. Davor wird die gewaltige Bildmaschine zuerst aber noch demontiert und in Transportkisten verpackt: «Es sieht zwar riesig aus, aber es sind alles Teile, die man gut handhaben kann.» Dennoch sei er nervös: «Ich bin froh, wenn sie dort heil ankommt und wir sie aufbauen können.»

Erwarten dürfen die Besucher mehrere unterschiedlich grosse, bemalte Platten, die sich im 2-Minuten-Takt nacheinander öffnen und wieder schliessen. Im Innern des Kunstwerks kommt eine janusköpfige Helvetia zum Vorschein. Während der gesamten Präsentation gibt es spezielle Lichteffekte zur Musik, die Zanovello selbst komponiert und mit der Singakademie Zürich, dem Partnerchor der Tonhalle sowie dem Berner Kammerorchester aufgenommen hat.

Zudem enthalten die Bilder unterschiedliche Motive und beziehen sich auf mythische Erzählungen. Wie zum Beispiel auf den Ziegenbock, der zurückkehrt, um es wieder mit dem Teufel aufzunehmen. Oder das Motiv, das die Schöllenenschlucht mit der Teufelsbrücke und der Kirche von Wassen zeigt.

«Ich habe das Projekt zuerst abgelehnt»

Mit diesen Bildern und der Musik entstehe eine Geschichte, die der Betrachter ganz unterschiedlich interpretieren kann, so Zanovello: «Ich habe von einigen Besuchern schon verschiedene interessante Ansätze gehört – ich lasse da jedem seinen Freiraum.»

Auch Zanovello hat seine ganz eigene Geschichte zur Bildmaschine. «Ich habe die Schweiz nach dem Krieg als ein traumatisiertes Land erlebt: Man dachte, man müsse sich gegen aussen und alles Fremde abschotten, um zu überleben.» Deshalb erzähle er, wie sich die Schweiz aus dieser Nachkriegsverkrampfung löste und zu neuem Leben fand.

Dabei war er sich am Anfang nicht sicher, ob er das Projekt macht: «Ich habe zuerst Nein gesagt, weil ich finde, dass Kunst nichts in einer feuchten und kalten Umgebung wie dem Gotthard verloren hat.» Da aber der Gotthard ein wichtiges Thema für ihn sei und er ihn mit Kindheitserinnerungen verbinde – Zanovello reiste oft mit seinem Vater über den Gotthard Richtung Italien –, habe er sich gedacht: «Fang an zu träumen, die technischen Probleme löst du später.»

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • a.sch. am 08.05.2018 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Preis?

    wie viel hat es gekostet? das nimmt mich gerade wunder

Die neusten Leser-Kommentare

  • a.sch. am 08.05.2018 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Preis?

    wie viel hat es gekostet? das nimmt mich gerade wunder