Bahnhof Luzern

03. Februar 2020 13:04; Akt: 04.02.2020 16:08 Print

Zwölf Passagiere nach Prellbock-Crash verletzt

Ein Zug hat am Montag gegen 10 Uhr bei der Einfahrt in den Bahnhof Luzern nicht mehr rechtzeitig bremsen können. Er fuhr in einen Prellbock.

Bildstrecke im Grossformat »

Simon Kopp von der Luzerner Staatsanwaltschaft und Raffael Hirt von der SBB-Pressestelle informieren über den Prellbock-Unfall in Luzern. (Video: 20m)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein Zug hat am Montag gegen 10 Uhr bei der Einfahrt in den Bahnhof Luzern nicht mehr rechtzeitig bremsen können. Er fuhr in einen Prellbock. Auf Anfrage sagte Simon Kopp von der Luzerner Staatsanwaltschaft, dass beim Unfall zwölf Personen verletzt worden seien. Sie seien in umliegende Spitäler gebracht worden. Der Lokführer sei unverletzt geblieben. Die betroffenen Personen seien nur leicht verletzt worden und alle seien ansprechbar gewesen.


Simon Kopp, Infobeauftragter der Staatsanwaltschaft Luzern, gibt Auskunft. (Video: 20 Minuten)

Zug fährt in Prellbock

«Plötzlich lauter Knall»

Eine Leserin befand sich mit ihrem Baby im vordersten Wagen, als der Aufprall passierte. «Der Zug fuhr nur noch langsam, als es plötzlich einen lauten Knall gab. Zahlreiche Menschen sind zu Boden gestürzt», erzählt die Leserin. Sie selbst habe sich den Kopf angeschlagen. Der Zug sei sehr voll gewesen und etliche Reisende seien bei der Einfahrt in den Bahnhof bereits gestanden.

Sie habe zwei Verletzte gesehen, die mit einer Bahre in einen Krankenwagen geschoben worden seien, sagt die Leserin. «Die Rettungskräfte waren sehr schnell vor Ort.»

Beim betroffenen Zug handelt es sich um den Interregio 70 von Zürich nach Luzern. Er hat Zürich um 9.04 verlassen und ist um 9.49 Uhr laut Fahrplan in Luzern angekommen.

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) ist vor Ort und prüft die Unfallursache. Bis diese geklärt ist, wird der Zug vorläufig im Bahnhof in seiner Position bleiben, sagte Simon Kopp gegenüber 20 Minuten. «Die Unfallursache wird untersucht», sagt auch Reto Schärli, Sprecher der SBB. Zudem weist er darauf hin, dass das Bahngleis 6 im Bahnhof Luzern bis auf Weiteres gesperrt ist. Dadurch gibt es Gleisänderungen. Weitere Auswirkungen auf den Bahnverkehr hat dieser Unfall nicht.

SBB-Sprecher Rafael Hirt sagte bei einer Pressekonferenz am Mittag vor Ort, dass der Zug mit einem normalen Einfahrtstempo zwischen zehn und fünfzehn Stundenkilometern in den Bahnhof einfuhr. Am Prellbock seien minime Schäden feststellbar, der Steuerwagen sei noch nicht untersucht worden.

Steuerwagen EW IV prallte in Prellbock

Die Züge der Linie IR-Regio 70 Luzern–Zürich werden normalerweise mit IC2000-Doppelstockwagen-Kompositionen geführt. Der betroffene IR 70 jedoch besteht ausschliesslich aus Reisezugwagen des Typs EW IV. Dieser Zug wurde von einer Lokomotive RE 460 von Zürich her in Fahrtrichtung Luzern in den Kopfbahnhof Luzern geschoben. Dort prallte der Steuerwagen des Zuges, in dem der Lokführer den Zug lenkte, in den Prellbock. Von aussen seien keine grösseren Schäden am Steuerwagen feststellbar, wie eine Reporterin von 20 Minuten vor Ort feststellte.

Unfall schon im Sommer 2016

Im Sommer 2016 hatte sich im Bahnhof Luzern auch schon ein Auffahrunfall ereignet. Damals fuhr ein Zug in einen stehenden Zug. 13 Personen wurde leicht verletzt. Sie erlitten hauptsächlich Prellungen und Schürfungen. Beim stehenden Zug handelte es sich um einen sogenannten Messzug der SBB, mit dem Fahrleitungen überprüft werden.


(mme/dag/jab/nke/sda)