27. April 2005 04:44; Akt: 26.04.2005 21:47 Print

Zug hat eine Polizistin nur für Jugendliche

Die Kantonspolizei Zug will das Vertrauen der Kids gewinnen: Die neue Jugendbeauftragte Manuela Griffel (39) besucht Jugendtreffs und ermittelt gegen minderjährige Täter.

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Weder Handschellen noch Uniform gehören zum Outfit von Manuela Griffel, der neuen Jugendbeauftragten der Kapo Zug. «Damit würde ich bei den Jugendlichen eher Aggressionen statt Vertrauen wecken», so die 39-Jährige.

Im Kampf gegen die zunehmende Kriminalität von Minderjährigen schuf die Zuger Polizei per 1. September 2004 die Stelle einer Jugendbeauftragten – als Bindeglied zwischen Polizei und Jugendlichen. «Jetzt kann ich intensiv auf die 7- bis 18-jährigen Täter eingehen und auch deren Umfeld einbeziehen», sagt die 1989 vereidigte Polizistin. Bis heute bearbeitete Griffel 13 Fälle: «Es ging um Ladendiebstähle, Einbrüche und vor allem um Körperverletzungen.»

Die Arbeit mit Minderjährigen verlange viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Um das Vertrauen der Kids zu gewinnen, besucht Griffel Jugendtreffs, Schulen und Feste. Ein Einsatz, der sich lohne: «Denn bei jugendlichen Tätern ist noch nicht alles verloren», sagt die Frau aus Oberägeri. «Sobald ein Fall geklärt ist, kehrt wieder Frieden ein.»

(ewi)