Wegen Fasnacht

28. Juni 2018 18:40; Akt: 28.06.2018 18:40 Print

Zuger Kantonsrat streitet über «Neger»-Spruch

Ein Fasnachtswagen mit einem «Neger»-Spruch löste im Zuger Parlament eine spontane Rassismus-Diskussion. Die SP ist empört, die SVP entspannt.

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Spontane Rassismus-Diskussion im Zuger Kantonsrat: Linke stören sich ab einem «Neger»Spruch. (Archiv) (Bild: Keystone/urs Flueeler)

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Ein Fasnachtswagen hat am Donnerstag im Zuger Kantonsrat für eine spontane Rassismus-Diskussion gesorgt. Während die linke Ratsseite und die Regierung den Wagen mit dem «Neger»-Spruch klar verurteilten, plädierte die Rechte für etwas mehr Toleranz im Sprachgebrauch.

Auslöser für die Debatte war ein Wagen, der an der vergangenen Fasnacht bei mehreren Umzügen im Raum Zug unterwegs war. Das Thema «essbare Insekten» wurde mit der Äusserung dekoriert, dass die «Neger im Urwald» das schon lange auf der Speisekarte hätten.

Die SP hatte für diese Art Humor wenig übrig. Die Fasnacht dürfe nicht als Plattform für rassistische und sexistische Sprüche missbraucht werden. In einer Interpellation fragte sie die Regierung an, wie solche Entgleisungen künftig verhindert werden könnten.

SVP versteht Aufregung nicht

Die Antwort der Regierung war eindeutig: Das Wort «Neger» geht gar nicht. Die Fasnachtsgesellschaft wäre gut beraten gewesen, darauf zu verzichten, schreibt der Regierungsrat. Es sei jedoch nicht Aufgabe der Regierung, alle Fasnachtswagen zu kontrollieren.

Die SVP verstand die Aufregung nicht. Die Wagenbauer seien meist Handwerker im Pensionsalter, sagte der SVP-Sprecher. «Das sind Leute, die in der Schule zehn kleine Negerlein gesungen haben.»

Sie seien sich vielleicht nicht bewusst gewesen, dass die Wortwahl unglücklich gewesen sei. Das sei sicher kein Aufruf zum Hass gewesen. Ein Parteikollege doppelte nach, dass die Linke «ideologisch verblendet» sei und überall Rassismus wittere, wo das Wort «Neger» auftauche. Dabei sei das doch gar nicht zwingend rassistisch gemeint. Es gehe doch darum, was und wie man etwas sage.

(hvw/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pragmatiker am 28.06.2018 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Keine anderen Probleme?

    Die SP würde sich lieber um echte Probleme kümmern...

    einklappen einklappen
  • Chrugeli am 28.06.2018 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Probleme ?

    Du meine Güte, hat die SP keine anderen Probleme

  • P. Zuger am 28.06.2018 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch SP

    Kann mir jemand sagen, wer einer solchen Partei seine stimme gibt. Wir hätten in der Schweiz genug echte Probleme zu bearbeiten und lösen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nina am 28.06.2018 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kindergarten

    auf Kosten des Steuerzahlers. Bei den nächsten Wahlen nicht mehr berücksichtigen.

  • Simona am 28.06.2018 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt!

    Hätten die Schweizer Freude, wenn man sie als inzestgeschädigtes Bergvolk bezeichnen würde? Wohl kaum. Mensch, habt doch zumindest ein bire bitzeli Respekt voreinander!

  • P. Zuger am 28.06.2018 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch SP

    Kann mir jemand sagen, wer einer solchen Partei seine stimme gibt. Wir hätten in der Schweiz genug echte Probleme zu bearbeiten und lösen.

  • Daniel R. am 28.06.2018 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    alt vs. neu

    Eine Horde von Rentner sind offenbar hipp genug, um über moderne Essgewohnheiten informiert zu sein, nicht aber über moderne Sprachgewohnheiten.

  • Monika S. am 28.06.2018 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    No-Go

    Das N-Wort ist durch und durch rassistisch. Gewisse Herren der Sünnelipartei sollten doch auch endlich im Jahr 2018 angekommen sein.