Prozess

14. Mai 2019 16:51; Akt: 14.05.2019 16:51 Print

Zuger Meth-Koch soll über ein Jahr ins Gefängnis

Der Meth-Koch aus Oberägeri und seine Komplizin stehen vor dem Zuger Strafgericht. Die Staatsanwaltschaft fordert eine 18 monatige Gefängnisstrafe.

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Ab Dienstag steht der Eigentümer des Crystal-Meth-Labor in Oberägeri vor dem Zuger Strafgericht. Sein Drogenlabor wurde vor einem Jahr von der Zuger Polizei in einem Wohnhaus entdeckt.

Auch die mutmassliche Komplizin des Ex-Bankers steht vor Gericht. Die beiden sollen sich seit Oktober 2014 kennen, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt. Die Thailänderin habe Kontakte in der Drogenszene. Der Angeklagte soll bei ihr immer wieder Drogen zum Eigenkonsum gekauft haben.

Drogenlabor aus Geldnot

Als der Angeklagte 2016 seine Arbeit verlor, habe er laut der Staatsanwaltschaft wegen des finanziellen Drucks das Drogenlabor eingerichtet. Dabei habe ihn die Thailänderin unterstützt. Ihr Produkt sollen die Angeklagten erstmals zwischen Ende 2016 und Anfang 2017 verkauft haben. Die Gewinne habe der Norweger mit seiner Komplizin aufgeteilt, sie erhielt angeblich 30 Prozent.

Laut der Anklageschrift hätten die beiden bei der Verhaftung rund 350 Gramm selbsthergestelltes sogenanntes Pheny-2-propanon besessen. Daraus hätten sie rund 350 Gramm Methamphetamin zum Verkauf herstellen können.

Staatsanwaltschaft fordert 36 Monate

Beide sind der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz angeklagt. Zusätzlich wird dem Norweger noch Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz vorgeworfen. Er soll im Februar 2018 unter dem Einfluss von Methamphetamin Auto gefahren sein.

Die Thailänderin wird noch wegen mehrfacher Täuschung von Behörden und rechtswidriger Aufenthalt angeklagt. Sie soll sich die Aufenthaltsbewilligung durch eine Scheinehe erschlichen haben.

Die Staatsanwaltschaft fordert je eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten, davon 18 Monate in unbedingtem Vollzug. Zudem sollen beide Angeklagten für je zehn Jahre des Landes verwiesen werden.

(tst)