Schlägerei am See

22. November 2019 16:45; Akt: 22.11.2019 16:45 Print

Zuger Schläger wies sich selbst in Psychiatrie ein

Weil drei Schläger das Urteil des Zuger Strafgerichts nicht akzeptierten, mussten sie sich am Donnerstag vor dem Obergericht verantworten.

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Mehrere Jahre Haftstrafe und Landesverweise hatten drei Kosovaren vom Zuger Strafgericht als Urteil erhalten. Damit waren sie aber nicht einverstanden und erhoben Einspruch. Am Donnerstagvormittag mussten sie deswegen vor das Obergericht, wie Zentralplus am Donnerstag berichtete.

Heftige Schlägerei am Zuger Seebecken

Grund für eine Gerichtsverhandlung ist das Ereignis der Nacht auf den 15. April 2018. Am Zuger Seeufer in der Näher des goldenen Kiosks soll es zu einer Schlägerei zwischen den drei Kosovaren und zwei Schweizern gekommen sein. Für die Schweizer endete das Gefecht weniger erfreulich. Sie lagen schlussendlich auf dem Boden und auf sie wurde heftig eingetreten. Die beiden Schweizer zogen sich schwere Verletzungen zu, unter anderem Gehirnerschütterungen, Kieferverletzungen, Hämatome, Kopfplatzwunden, Prellungen, Schädel- und Rippenprellungen, Nasenbeinbruch und mehr.

Die beiden Schweizer mussten sich ebenfalls wegen Raufhandels verantworten. Einer der beiden habe während des Streits ein Messer gezückt, was zur Eskalation geführt habe. Trotzdem sollen die beiden vom Vorwurf des Raufhandels freigesprochen worden sein.

Streit um Geld

Ursache der Auseinandersetzung soll ein Streit um Geld gewesen sein. Einer des Trios soll einem Schweizer Geld geschuldet haben, worauf dieser ihn angesprochen habe. Daraufhin sei die Situation ausgeartet. Zur Zeit der Auseinandersetzung sollen beide beteiligten Gruppen unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden haben.

Freiwillig in die Psychiatrie eingeliefert

Der Haupttäter des Trios soll bei der ersten Gerichtsverhandlung eine Gewalttherapie und eine Alkoholabstinenz verordnet bekommen haben: «Bei Ihnen schauen wir genau hin – es mag nicht viel leiden. Sie haben selbst gesagt, Sie seien eine andere Person, wenn Sie betrunken sind», zitiert Zentralplus den Richter des Zuger Strafgerichts. Die Verordnung hatte der Täter zuvor missachtet, sich dann aber entschieden, sich freiwillig in die Psychiatrische Klinik Zugersee in Oberwil einweisen zu lassen.

Wie das Obergericht urteilt, ist noch nicht klar. Im Verlaufe des Jahres sollte das Urteil jedoch offengelegt werden.

(jab)