Hartbelag

06. Juli 2014 16:17; Akt: 06.07.2014 16:17 Print

Zuger Wanderwege sind zu oft geteert

Im Kanton Zug sind 42 Prozent der offiziell markierten Wanderwege asphaltiert. Damit liegt der Kanton deutlich über dem Schweizer Durchschnitt. Jetzt gibts Widerstand.

storybild

Asphalt statt Naturbelag auf dem Panoramaweg, der zum Schlachtgelände in Morgarten führt. (Bild: zugerwanderwege.ch)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Kanton Zug belegt einen Spitzenplatz in der Statistik der Schweizer Wanderwegen, welche mit Hartbelag versehen sind: Von 553 Kilometern Wanderweg im Kanton Zug haben 233 mit einen Hartbelag, also 42 Prozent. Nur in Genf (60 Prozent) und Glarus (61 Prozent) findet man mehr Asphalt auf den Wanderwegen. Laut Statistik sind insgesamt rund ein Viertel der Schweizer Wanderwege asphaltiert. Am wenigsten Hartbeläge findet man in Uri, wo lediglich 8,5 Prozent der Wege mit Hartbelag bedeckt sind. In Obwalden sind es 16 Prozent, in Nidwalden 28 Prozent. In Luzern sind 29 Prozent der Wanderwege asphaltiert.

Betonierte Wanderwege schmälern den Wanderspass, kritisiert Arthur Meier, Präsident des Vereins für Zuger Wanderwege in der «Zentralschweiz am Sonntag». Der Zuger Baudirektor Heinz Tännler erwidert darauf, dass es im Mittellandkanton Zug halt andere Voraussetzungen gäbe als in typischen Bergkantonen wie Wallis oder Graubünden. Und für separate Streifen mit Naturbelägen brauche es Land, und das sei im Kanton Zug knapp.

Kantone müssen für Ersatz sorgen

Die Kantone wären gesetzlich eigentlich verpflichtet, solche Wanderwege zu ersetzen: Es muss für Ersatz gesorgt werden muss, wenn längere Wanderwege mit für Fussgängern ungeeigneten Belägen versehen sind, heisst es im Bundesgesetzes
über Fuss- und Wanderwege. Dieser Auftrag wird jedoch gemäss dem Verband Schweizer Wanderwege nicht eingehalten.
Laut Meier vom Wanderverein würden im Kanton Zug viele Interessen aufeinander prallen, was die Sache schwierig macht: Landwirte hätten immer grössere und schwerere Maschinen, für die es entsprechenden Untergrund brauche und der Siedlungsdruck sei hoch. Zudem hätten auch Velofahrer und Inlineskater Ansprüche auf einen guten Untergrund. Obwohl der Verein den Kanton schon mehrmals ermahnt hat, verzichtet er auf ein Gerichtsverfahren. In der Vergangenheit waren solche Gerichtsverfahren beispielsweise in Bern schon erfolgreich gewesen.

Kanton sucht nach neuen Routen

Zumindest in Zug gibts dennoch etwas Hoffnung: Zurzeit wird die kantonale Wanderwegkarte überarbeitet. Dabei sucht die Fachstelle für Fuss- und Wanderwege des Kantons Zug aktiv für Ersatz für asphaltierte Wanderwege und neue Routen.

Raimund Rodewald, Geschäftsführer der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, zeigt sich dennoch beunruhigt und sagt, dass das Wanderland Schweiz im Asphalt unterzugehen drohe: «Wenn es so weitergeht, müssen die Wanderwege und unbefestigten Wege bald auf die Rote Liste kommen», sagt er zur «ZaS» .

(msa)