Kanton Zug

06. Januar 2016 18:26; Akt: 06.01.2016 18:26 Print

Zuger Wirtschaft setzt auf Frauen von Expats

Was tun gegen den Fachkräftemangel? Die Zuger Behörden haben dazu eine neue Idee: Arbeitslose Expat-Frauen sollens richten. Ihnen wird jetzt beim Berufseinstieg geholfen.

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Der Kanton Zug will Partner von Expats besser integrieren. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

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Heerscharen von Expats arbeiten in der Stadt Zug – und oft kommen diese nicht alleine in die Schweiz: «Im Gepäck haben sie nicht nur ihren Arbeitsvertrag, sondern bringen auch gleich die ganze Familie mit», teilte die Fachstelle Migration Zug (FMZ) am Mittwoch mit.

In diesen Familien sehen die Zuger Behörden nun Potenzial, «um den Fachkräftemangel zu bekämpfen», wie Esther Dunn, Leiterin der FMZ, sagt. Konkret soll gut ausgebildeten Partnerinnen und Partnern von Expats der Berufseinstieg erleichtert werden. Zu diesem Zweck bietet die FMZ und das Amt für Wirtschaft und Arbeit das neue «Back to work»-Seminar an, das sich an alle Englisch sprechenden Personen im Kanton Zug richtet, die den beruflichen Wiedereinstieg als Ziel haben.

Zum ersten Mal findet der Kurs am 16. Januar statt, laut Dunn werden bis zu 100 Interessierte erwartet. Rund 70 der Teilnehmer werden gemäss Dunns Schätzung bisher nicht erwerbstätige Ehepartner von Expats sein, der Rest ausländische, englischsprechende Fachkräfte, die ohne Job dastünden, weil ihre Arbeitgeber den Kanton Zug verlassen haben. Aber auch Personalabbau, Kündigungen oder persönliche Veränderungen können Gründe dafür sein, dass sie das Seminar besuchen.

Integration steigert Zufriedenheit

«Die mitgezogenen Ehepartner sind meistens gut qualifiziert und wollen sich im Schweizer Arbeitsmarkt integrieren. Für die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zug ist diese bevorstehende Veranstaltung deshalb ein weiterer wichtiger Schritt im Rahmen der Fachkräfte-Initiative. Mit «Back to work» haben wir die Möglichkeit, eine soziale und wirtschaftliche Win-win-Situation zu schaffen.» Der Wirtschaft würden Fachkräfte zugeführt, was dem Kanton Zug zugute käme. Und: Seien beide Partner einer Expatsfamilie beruflich integriert, würde das ihre Zufriedenheit steigern, ist sich Dunn sicher. «Dadurch kann in einigen Fällen sogar eine frühzeitige Rückkehr in das Heimatland vermieden werden», heisst es in einer Mitteilung des Kantons zum neuen Seminar.

Mit dem neuen Seminar möchten die Fachstelle Migration in Zug (FMZ) und das Amt für Wirtschaft (AWA) den stellensuchenden Personen in erster Linie Informationen über den Wiedereinstieg ins Berufsleben vermitteln. Zudem werden rechtliche Grundlagen und Pflichten der Schweiz thematisiert, Erfahrungsberichte vorgetragen, praktische Tipps für die Stellensuche gegeben und das Thema soziales Netzwerk angesprochen.

(jak)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alice am 06.01.2016 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht vergessen

    Es gibt auch Schweizer Frauen in Zug die einen Job suchen!

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  • Transporter am 06.01.2016 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Viele arbeitslose CH

    Es gibt im Kanton Zug (und anderswo in der CH) auch viele arbeitslose Schweizer (-innen). Und denen hilft Niemand. Pfui CH

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  • Zuger am 06.01.2016 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind nur Einheimische

    Super. Und wir werden mit ü50 entlassen. Danke Zuger Regierung. 10% Leistung im Sozialwesen gekürzt, kostet zehn älteren Schweizer die Stelle. Fragt mal beim Personal der grössten Institution in Zug nach. Werden alle durch jüngere ersetzt. Nur da schaut keiner hin. Werden schön Häppchenweise entlassen. Fällt so nicht auf.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tara am 10.01.2016 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Fachkräfte nach Bologna Punkten

    Dieser sogenannte Fachkräftemangel rührt daher, dass ein Grossteil der ausländischen HR Manager und zuständig für die Einstellung von neuem Personal das Schweizer System der Lehre nicht kennen. Man sucht nach Mitarbeitern, welche die meisten Bologna Punkte mitbringen. Sie wissen nicht, dass jemand der eine 3-4 jährige Lehre hinter sich hat mehr Wissen mitbringt als ein Ingenieur aus Ungarn mit eben diesen Bologna Punkten. Eine kaufmännische Lehre wird in diesen Online-Jobportalen oftmals gar nicht erwähnt, man kommt also gar nicht weiter in der Bewerbung, da "keine Ausbildung".

  • lioness löwin am 07.01.2016 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zug ist nicht mehr für zuger gedacht..

    dank denen werden immer mehr "ältere häuser,gar halbe quartiere dem boden gleich gemacht und wohnungen bebaut die sich ein normalverdiender längst nicht mehr leisten kann..in zug hört man nur noch englisch oder russisch...zug ist und bleibt babylon...

  • zugerin am 07.01.2016 16:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    als zuger keine steuern mehr bezahlen

    eine riesen sauerei und eine grosse diskriminierung. bezahle keine steuern mehr

    • Kros am 07.01.2016 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Welche denn

      Was ich wissen möchte, was für Fachkräfte fehlen denn?? Es erstaunt mich, dass wir es soweit gebracht haben, mit all den anscheinend " Unfähigen" in diesem Land!?

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  • Mazer78 am 07.01.2016 13:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absurd..

    Wie bitte? Ich lebe nun seit 37 Jahren in Zug, bin Schweizer und bekomme vom Kanton gar nichts, jetzt lese ich das und bin schockiert. Als Zuger einfach sitzen gelassen und zuschauen wie die Damen der achso reichen Herren jetzt gefördert werden sollen. Ich verstehe das nicht.

  • Birnenfrau am 07.01.2016 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sprache!

    Mich nervts, dass einige Expats sich komplett weigern Deutsch zu lernen! Ich finde es nicht OK, auch nicht in Zug, dass CH-Deutsch mehr und mehr von Englisch verdrängt wird. Auch gut gebildete müssen sich genauso integrieren wie die anderen Ausländer.

    • Woody am 09.01.2016 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      Richtig ... dabei wird Schweizer-Deutsch in unserer globalen Welt doch von nahezu 7.9 Millarden gesprochen ... während Englisch einer winzigen Minorität überlassen ist

    • Birnenfrau am 09.01.2016 14:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Woody

      Aha, und aus diesem Grund soll jetzt das Schweizerdeutsch aussterben oder wie?

    • Woody am 10.01.2016 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Lesen hilft

      @Binenfrau : besser lesen dann versteht man/frau die Ironie

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