Neuer Kommandant

23. Januar 2019 13:17; Akt: 23.01.2019 15:56 Print

Zuger blasen zur Jagd auf Cyberkriminelle

Innert einem Jahr haben sich im Kanton Zug die Anzeigen nach Cyberdelikten verdoppelt. Der neue Polizeikommandant will sein Korps nun fit machen, um die IT-Kriminellen zu jagen.

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Sextortion, Fake-Microsoft-Mitarbeiter, Romance Scam oder Phishing: Im Kanton Zug häufen sich die Fälle von Cyberkriminalität. Und zwar enorm: 2017 haben sich die Anzeigen gegenüber dem Vorjahr verdoppelt; die jüngsten Zahlen werden im März publiziert.

Am Mittwoch präsentierte der neue Kommandant der Zuger Polizei, Thomas Armbruster (51), seine Schwerpunktthemen vor den Medien. Neben dem Personalbestand oder dem eidgenössischen Schwingfest in Zug im Sommer gehören natürlich Massnahmen gegen Cyberkriminalität dazu.

Nur zwei absolute Top-Cracks bei der Zuger Polizei

Er habe derzeit genau zwei Mitarbeiter im Korps, die sowohl über polizeilichen Ermittlungsspürsinn gepaart mit enorm hohem Know-how im IT-Bereich verfügten. «In die IT-Forensik müssen wir investieren», sagte Armbruster. Natürlich hat das Zuger Korps weitere Polizisten in ihren Reihen, die sich im Thema gut auskennen, aber der neue Kommandant will die IT-Kenntnisse seiner Mitarbeiter weiter fördern.

Polizei holt Cracks aus der Privatwirtschaft

Um das Know-how zu erhöhen, setzt der Kommandant auf mehrere Massnahmen: «Wir rekrutieren IT-Spezialisten aus der Privatwirtschaft und bilden diese zusätzlich polizeilich aus.» Auch intern gebe es Personen, die einen IT-Hintergrund hätten, welche weiter gefördert würden. Dazu gebe es Spezialkurse für Polizisten, um sie für IT-Aufgaben auszubilden. Diese müssten etwa wissen, wie man einen Bestellbetrug behandelt, wie man IP-Adressen ermittelt, um an Täter zu gelangen oder wie man Kryptowährungen einzieht.

Natürlich sei der Kampf gegen Cyberkriminalität kein reines Zuger Thema, hier sei die ganze Schweiz gefordert. «Darum gibt es auch E-Learningprogramme für alle Polizisten in der Schweiz. Und wir in Zug arbeiten mit Hochschulen zusammen, um die absoluten Cracks auszubilden.»

Zug ist eher von Cyberkriminalität betroffen als andere Kantone

Obwohl Cyberkriminalität keine regionalen Grenzen kennt, hält der neue Kommandant fest, dass wirtschaftliche starke Kantone wie eben Zug mehr betroffen seien als rein ländlich geprägte Kantone. Neben Aus- und Weiterbildung der Polizisten setze die Zuger Polizei auch auf Prävention, etwa an der Zuger Messe, am Besuchstag der Polizei, an den Schulen oder an Infoveranstaltung für ältere Menschen. Und: «Sogar unsere Verkehrsinstruktoren reden mit den Kindern nicht mehr nur über Verkehr, sondern es geht sehr bald auch um den richtigen Umgang mit Social Media.»

Mit Social Media befasst sich auch die Zuger Polizei bald intensiver: Ab Februar kommuniziert sie neben den herkömmlichen Kanälen auch auf Twitter, Facebook und Instagram.

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